Bayreuth Tigers bezwingen Tabellenführer

Beim 2:0 der Tigers zeigte sich erst durch den Videobeweis, dass der von Ville Järveläinen (links) vorbereitete Direktschuss von Henry Martens (nicht im Bild) aus dem Tor zurückgeprallt war und nicht von der Querlatte. Foto: Peter Kolb

EISHOCKEY. Einen besseren Jahresabschluss in der DEL2 hätten sich die Bayreuth Tigers nicht erträumen können: volle sechs Punkte gegen zwei Mannschaften aus der Spitzengruppe! Nachdem am Freitag der ESV Kaufbeuren mit 4:2 bezwungen worden war, durften am Sonntag rund 300 per Sonderzug angereiste Schlachtenbummler sogar beim Tabellenführer Ravensburg Towerstars einen Sieg mit 3:2 (0:0, 2:0, 1:2) feiern.




Die Bayreuther profitierten dabei auch ein wenig von den Personalsorgen der Gastgeber. Die Towerstars mussten nicht nur auf ihren möglicherweise längerfristig fehlenden Topscorer Andreas Driendl (Gehirnerschütterung) verzichten, sondern auch auf Pawel Dronia, Kilian Keller und Robin Just. Nur mithilfe des Schwenninger Förderlizenzspielers Julian Kornelli konnten sie überhaupt drei Blöcke aufbieten, wobei Kapitän Vincenz Mayer in der Verteidigung aushelfen musste.

Schwer genug war die Aufgabe aber natürlich trotzdem. „Wie man es in Ravensburg gewohnt ist, waren wir viel in der eigenen Zone beschäftigt“, sagte Tigers-Trainer Petri Kujala, der von 2006 bis 2008 dort als Spieler aktiv war. „Wir standen zeitweise stark unter Druck, aber unser Torwart Brett Jaeger hat viele Chancen weggenommen. Trotzdem verdient meine Mannschaft ein Lob, denn sie hat sehr gut gekämpft und alles für den Sieg getan. Ich habe gehört, dass Bayreuth noch nie ein Sonderzug-Spiel verloren hat, und bin sehr froh, dass ich nicht der erste Trainer bin, dem das passiert.“



Entscheidende Qualität der Bayreuther war somit ihre defensive Ordnung, und zwar in allen Teilen der Eisfläche. In der eigenen Zone ließen sie sich von den kombinationssicheren Towerstars kaum einmal vollkommen ausspielen und setzten auch dem starken Powerplay ein ebenso gutes Unterzahlspiel entgegen. Die größte Gefahr resultierte oft aus Einzelaktionen der technisch glänzenden Ravensburger Individualisten (Zucker, Pompei, Czarnik), aber die fanden beim Abschluss regelmäßig im hervorragenden Tigers-Torwart Brett Jaeger ihren Meister.

Videobeweis bestätigt Treffer zum 2:0

Vor allem aber sorgten die Bayreuther immer wieder für Entlastung, indem sie zeitweise die Verteidigungslinie in die neutrale Zone verlagern konnten und jede Gelegenheit zu eigener spielerischer Initiative nutzten. Damit kamen sie vielleicht nicht zu ganz so vielen Chancen wie der Gegner, aber mitunter sogar zu besseren. So kamen die Tigers im zweiten Drittel schon nach zehn Sekunden der Führung nahe, als Michal Bartosch die Scheibe durch die Beine von Towerstars-Torhüter Jonas Langmann bugsiert hatte. Erst beim Videobeweis war zu sehen, dass sie Verteidiger Sören Sturm noch von der Linie gekratzt hatte.



Ebenso knapp verpasste Mark Heatley einen Treffer, als er vor dem leeren Tor den Puck nicht voll traf und Langmann noch klären konnte (37.). Somit waren die beiden Treffer dazwischen durchaus nicht unverdient, auch wenn es in beiden Fällen knapp war: Über die Strafzeit, die zum Weitschuss-Treffer von Jozef Potac nach 87 Sekunden Dauer-Powerplay führte, schienen sich die Schiedsrichter nicht ganz einig. Und beim 2:0 machte erst der Videobeweis deutlich, dass der Schuss von Henry Martens nicht von der Latte zurückgeprallt war, sondern vom inneren Torgestänge.

Nach dem Ravensburger Weitschuss zum 1:2 nach vier Minuten des letzten Drittels nahm der Druck auf die Tigers erwartungsgemäß noch zu. Umso wichtiger war ihr Tor zum 3:1. So blieb der Vorsprung solide, bis die Gastgeber 58 Sekunden vor dem Ende in 6:4-Überzahl zum 2:3 trafen. Entschieden war die Partie erst, als Jaeger sechs Sekunden vor Schluss auch den letzten Versuch von Czarnik pariert hatte.

Statistik

Ravensburg Towerstars: Langmann – Sturm, Kokes; Pozivil, Kolb; Mayer, Supis – Hinse, Pompei, Pfaffengut; Svoboda, Czarnik, Zucker; Schwamberger, Kornelli, Brunnhuber.

Bayreuth Tigers: Jaeger – Heider, Potac; Karlsson, Mannes; Mayr, Martens – Kunz, Kolozvary, Bartosch; Järveläinen, Rajala, Heatley; Richter, Busch, Gläser; Kronawitter, Kirchhofer, Linden.

SR: Gossmann, Kannengießer; Strafminuten: Ravensburg 6, Bayreuth 10; Zuschauer: 3418 (ausverkauft).

Tore: 0:1 (25.) Potac (Busch, Bartosch – 5 gegen 4), 0:2 (29.) Martens (Järveläinen, Heatley), 1:2 (45.) Sturm (Czarnik), 1:3 (49.) Heatley (Rajala, Järveläinen), 2:3 (60.) Pfaffengut (Svoboda, Hinse – 6 gegen 4).







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