Pegnitz: Fettspur auf der Straße

Foto: Frauke Engelbrecht

PEGNITZ. So etwas hat Ottmar Kretschmer, Leiter des städtischen Bauhofs, auch noch nicht erlebt. Am Mittwochmorgen gegen 8.30 Uhr informierte ihn die Polizei über eine fettige Spur vom Parkplatz des ehemaligen K&P, die weiter entlang des ganzen Bahnhofsteigs führte. Es war aber nicht wie vermutet eine Ölspur, sondern eine Fettspur.




Auf einem Weg vom Parkplatz zum Bahnhofsteig war ein dort abgestelltes 120-Liter-Gefäß – eine Tonne mit Altfett – vom dortigen Döner-Stand umgekippt und der Inhalt hatte sich rasch verteilt. „Wie das passiert ist, wissen wir noch nicht“, sagt Kretschmer. Jedenfalls habe sich das Fett durch die dort entlangfahrenden Fahrzeuge sehr schnell verbreitet. „Das ist schon eine heikle Sache“, sagt er.

Der Bauhof habe zwar schnell die Straße abgesperrt, aber trotzdem musste auf der gesamten Fahrbahn Ölbinder ausgebracht werden. „Es ist aber unwahrscheinlich, dass der Ölbinder das gesamte Fett aufsaugt“, sagt Kretschmer. Schwierig sei auch gewesen, dass der Straßenbelag witterungsbedingt feucht war und der Ölbinder das Fett dadurch nicht so gut aufnehmen konnte.



Spezielle Kehrmaschine

Am Nachmittag kam nun die Firma Troidl mit einer Spezialkehrmaschine. „Wir werden jetzt erst mal den Ölbinder abkehren, um zu sehen, wie viel schon aufgesaugt wurde“, sagt Fahrer Reinhold Zitzmann. Anschließend wusch er mit einem Fettlöser die gesamte Fläche unter starkem Druck – 300 bar – ab. „Wir werden schon noch ein paar Stunden drüber sein, bis alles wieder sauber ist“, sagt Firmenchef Heinrich Troidl. Für ihn ist der Einsatz nicht ganz so groß. „Auf der Autobahn werden wir mit ganzen anderen Dingen bei großen Unfällen konfrontiert“, so Troidl.

Einsatz wird kosten

Rund 180 Euro die Stunde wird der Einsatz kosten, dazu kommt noch das Fettlösemittel. Die Rechnung wird er an die Stadt Pegnitz stellen, die ihn zur Reinigung beauftragt hat. „Da kommen schon ein paar tausend Euro zusammen“, sagt auch Bauhofleiter Kretschmer. Auch seine Mitarbeiter waren am Vormittag einige Stunden schließlich beschäftigt.



Fetttonne umgestoßen?

Seit 25 Jahren hat Fehmi Akdemir seine Dönerbude am ehemaligen K&P-Parkplatz und noch nie ist etwas passiert. Als er am Dienstagabend gegen 23 Uhr die Bude verlassen hat, war noch alles in Ordnung. Am Mittwoch sollten sowohl der Restmüllcontainer als auch die Tonne mit dem Altfett von zwei verschiedenen Entsorgern abgeholt werden, sagt er. Akdemir vermutet, dass dabei die Fetttonne umgestoßen wurde. „Aber ich weiß es nicht“, betont er. Sein Sohn Michael schüttelt den Kopf: „So etwas kann ja passieren, aber ich verstehe nicht, warum man den Schaden nicht gleich meldet, sondern einfach wegfährt.“




Verursacher ermitteln

Auch die Polizei war am Mittwochmorgen vor Ort und hat nun die Ermittlungen aufgenommen. „Wir müssen feststellen, wer der Verursacher war“, sagt der Leiter der Pegnitzer Polizeidienststelle, Roland Schmitt. Dazu sei man auch auf Beobachtungen von eventuellen Zeugen angewiesen.

Hinweise zur Aufklärung des Vorfalls nimmt die Polizei Pegnitz unter der Telefonnummer 0 92 41/9 90 60 entgegen.