15. Dezember 2018 - 08:26

„K&L Ruppert“ meldet Insolvenz an: Bayreuther Filiale auf dem Prüfstand

Die K&L-Filiale im Bayreuther Rotmaincenter. Foto Archiv/Andreas Harbach
von Roland Töpfer

WEILHEIM/BAYREUTH/HOF. Der Modehändler K&L hat Antrag auf Eröffnung eines Schutzschirmverfahrens nach der Insolvenzordnung gestellt. Das Unternehmen aus Weilheim in Oberbayern beschäftigt rund 1200 Mitarbeiter in 57 Filialen in Süddeutschland und betreibt auch Standorte in Bayreuth, Hof, Plauen, Dörfles-Esbach und Suhl.  




Ob die Schließung auch Standorte in der Region trifft, ist noch unklar. Die Löhne und Gehälter für die Mitarbeiter sind nach Angaben des Unternehmens bis Ende des Jahres gesichert.

K&L, das früher K&L Ruppert hieß, wurde 1962 von Karl Ruppert gegründet. Im September 2017 hatte der bis dahin verantwortliche Finanzvorstand Jens Bächle das Unternehmen übernommen. In einem Interview mit unserer Zeitung bestätigte Bächle damals, dass K&L Verluste schreibt: „Wir sind derzeit nicht profitabel.“



Als Ursachen der finanziellen Schieflage nennt das Unternehmen neben Fehlern in der Vergangenheit gravierende Veränderungen innerhalb der Modebranche, die den hohen Wettbewerbsdruck verstärkt und zu Frequenz-  und Umsatzrückgängen geführt hätten. Zahlreiche internationale Modekonzerne würden auf den deutschen Markt drängen, gleichzeitig steige der Preisdruck durch Fashion-Discounter und die Konkurrenz im Internet. Der stationäre Handel verlagere sich verstärkt hin zum Online-Handel.

Wie geht es nun weiter? Jens Bächle bleibt als Geschäftsführender Gesellschafter im Amt und führt die Sanierung in Eigenverwaltung fort. Zunächst wird ein Sanierungsplan erstellt. Durch das Verfahren ist das Unternehmen vor Zwangsmaßnahmen der Gläubiger geschützt.




Die operativen Geschäfte an den 57 Standorten sollen ohne Einschränkungen weiterlaufen. Als Sanierer mit an Bord ist Rechtsanwalt Christian Gerloff als Geschäftsführer für Restrukturierung (Chief Restructuring Officer/CRO). Gerloff ist Partner der Kanzlei Gerloff Liebler Rechtsanwälte in München und hat das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung mit vorbereitet. Neben Escada und Laurèl sanierte Gerloff in jüngster Vergangenheit auch den Modehändler Wöhrl im Rahmen eines Schutzschirmverfahrens.

Alle Filialen mit ihren Verkaufsflächen von 500 bis 3200 Quadratmetern werden derzeit auf ihr  langfristiges Wachstums- und Ertragspotenzial hin überprüft. Defizitäre Filialen ohne solches Potenzial sollen zeitnah geschlossen werden.







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