Unwetter überschwemmt Kulmbacher Innenstadt

Screenshot Augenzeugenvideo

KULMBACH. Binnen weniger Minuten hat am Sonntagabend ein Regenguss gewaltigen Schaden angerichtet. Keller standen unter Wasser, Straßen waren unterspült. Die Hilfskräfte konnten die Einsätze nicht zählen. Uns erreichten zahlreiche Videos und Bilder. 




Der Spuk kam aus dem Nichts und dauerte nur wenige Minuten. Dann begann für die Feuerwehren, das THW, die Polizei und auch den Unterstützungsstab des Landkreises die Arbeit, die viele Stunden dauern sollte. Denn wieder einmal hat ein schweres Gewitter in der Innenstadt von Kulmbach, aber teilweise auch in Mainleus und Umgebung Chaos verursacht.

Zahlreiche Keller standen unter Wasser, Straßen hatten „Land unter“. Gullideckel waren vor allem im Kulmbacher Stadtgebiet in großer Zahl aus ihren Halterungen gespült worden und stellten für alle Verkehrsteilnehmer eine Gefahr dar, die gerade auf der Straße unterwegs waren.




Bis kurz vor 18 Uhr war am Sonntag in Kulmbach die Welt noch in Ordnung. Dann zog das Gewitter auf und brachte einen ungewöhnlich heftigen Regenguss mit sich. Etwa zehn Minuten lang schüttete es über Kulmbach wie aus Eimern. Wer in dieser Zeit mit dem Auto unterwegs gewesen ist, war gut beraten, an den Straßenrand zu fahren und zu warten. In zahlreichen Straßen hatten die Wassermassen in den Kanälen die Gullideckel aus ihren Verankerungen gerissen.

Teilweise sprudelte das Wasser bis zu einen Meter hoch aus den Öffnungen. In der Pestalozzistraße stand das Wasser bis zu 30 Zentimeter hoch. Die Wassermassen schossen von dort regelrecht in den Stadtpark und dann weiter in die dahinterliegenden Straßen.

Foto: Augenzeuge




Erneut ist auch das Achat-Hotel betroffen. Das Hotel hatte erst vor wenigen Wochen wieder geöffnet, nachdem es wegen eines ähnlich heftigen Gewitters im Sommer 2017 ein ganzes Jahr geschlossen und grundlegend saniert werden musste. Wie schlimm es diesmal ist, konnte am Abend noch niemand sagen.

Die Feuerwehren wussten eine Zeitlang nicht, wo sie zuerst anpacken sollten. In der Rettungsleitstelle und auch bei der Polizei standen die Telefonie nicht mehr still. Aus dem ganzen Stadtgebiet kamen Hilferufe. Im Kulmbacher Feuerwehrzentrum wurde die Zentrale eingerichtet, die die Einsätze koordinierte und nach Priorität sortierte. Eine echte Übersicht werden die Hilfskräfte wohl erst im Verlauf des Montags haben.



Foto: Augenzeuge

OB Henry Schramm wurde umgehend informiert. Tragisch sei es, dass so ein kurzes Unwetter so gewaltige Schäden anrichten kann, sagte er in einer ersten Stellungnahme. „Mit tut es für jeden leid, der durch dieses Gewitter Schaden erlitten hat.“ Schramm lobte die Rettungsdienste: „Wir können nur dankbar sein, dass wir so viele Helfer haben, die selbst das WM-Endspiel sausen lassen und anpacken, um anderen zu helfen.




Einen besonderen Einsatz hatte die Mainleuser Feuerwehr zu bewältigen. Dort war neben dem Kindergarten ein Baum vom Blitz getroffen worden und drohte auf das Gebäude zu stürzen. Den Wehrleuten gelang es, weiteren Schaden abzuwenden.







Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen