16. Oktober 2019 - 04:11

Traktor und Presse brennen lichterloh

Foto: Melitta Burger

KASENDORF/ZULTENBERG. Der dichte schwarz Rauch, der vom Görauer Anger aus aufstieg, war bis Kulmbach zu sehen. Rund einhundert Feuerwehrleute kämpften am Donnerstagnachmittag gegen ein gewaltiges Feuer, das am Ende einen großen Traktor und eine gerade erst gekaufte Ballenpresse restlos vernichtete. Auf rund 250.000 Euro schätzt die Polizei allein den Schaden an dem landwirtschaftlichen Gespann.





Während die Wehrleute die Geräte nicht mehr retten konnten, ist ihnen ein Übergreifen auf den naheliegenden Wald gelungen. Dabei wurden sie auch von etlichen Bauern unterstützt, die spontan ihre Güllefässer mit Wasser gefüllt hatten und an den Brandort geeilt waren. Der Görauer Anger ist aufgrund der großen Hitze derzeit buchstäblich staubtrocken.

Es war kurz vor 16 Uhr, als ein Landwirt auf einem bereits abgeernteten Feld zwischen Kasendorf und Zultenberg (Landkreis Kulmbach) Stroh pressen wollte. Aufgrund der immensen Trockenheit und der großen Hitze, so die erste Annahme der Polizei zur Brandursache, muss es irgendwie zu einem Funken gekommen sein, der eine regelrechte Kettenreaktion auslöste.



Rasend schnell

Es ging rasend schnell, berichtet ein Zeuge. Binnen kürzester Zeit sei erst die mit Stroh gefüllte Presse, dann der Traktor in Flammen gestanden. Unmittelbar hätten die Flammen dann auch das Feld erfasst, auf dem noch eine größere Menge loses Stroh gelegen war.

„So schnell konnte man gar nicht schauen, da brannte alles schon lichterloh. Und ganz plötzlich war dann alles von dunklem Rauch verdeckt“, erzählt der Zeuge sichtlich beeindruckt.

Um 16.02 Uhr ging schließlich der erste Notruf bei der Rettungsleitleitstelle ein. Viele weitere Anrufe sollten folgen. Zahlreiche Menschen hatten die riesige Rauchwolke gesehen, die vom Görauer Anger ausgegangen war.

Als wenig später die ersten Feuerwehren eintrafen, standen der Traktor die Presse bereits in Vollbrand, und auch auf dem Feld hatten die Flammen reichlich Nahrung gefunden und fraßen sich in Richtung des nahen Waldes vor.

Foto: Melitta Burger

Nur mit Atemschutz

Die Löscharbeiten waren alles andere als einfach. Am abgelegenen Brandort stand kein Löschwasser zur Verfügung. Wegen der starken Rauchentwicklung konnten sich die Einsatzkräfte nur mit Atemschutz dem brennenden landwirtschaftlichen Gerät nähern.

Zahlreiche Feuerwehren waren bei den Löscharbeiten im Einsatz. Von der Rettungsleitstelle alarmiert wurden die Einsatzkräfte aus Kasendorf, Zultenberg, Thurnau, Buchau-Dörfles, Hutschdorf, Weismain, Altenkunstadt, Mainleus, Azendorf und Görau.




Weil wegen der Rauchentwicklung viele Wehrleute mit Atemschutz im Einsatz waren, mussten auch die Atemschutzwarte des Landkreises Kulmbach an den Brandort ausrücken, um ihre Kameraden mit frischer Atemluft zu versorgen.

Die trockene Witterung hat in den vergangenen Wochen mehrfach im Landkreis Kulmbach zu Bränden auf Feldern und Flächen geführt. Auch landwirtschaftliche Maschinen waren dabei beschädigt worden.

 

Metall auf Stein

Vor den Gefahren, die bei Erntearbeiten lauern, wenn große Hitze und Trockenheit herrschen, werden Landwirte immer wieder hingewiesen. Allerdings kann nur wenig getan werden, um solche Feuer zu vermeiden. Sie entstehen zum Beispiel, wenn ein Metallteil einer Maschine gegen einen am Boden liegenden Stein stößt.







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