Mutmaßlicher Anschlag auf Pommelsbrunner Firma

Foto: Feuerwehr Hersbruck

POMMELSBRUNN, LKR NÜRNBERGER LAND. Bereits am Samstagabend kam es bei der Pommelsbrunner Firma DEKU zu einem Vorfall, der zunächst die Rettungskräfte und dann die Kriminalpolizei beschäftigte. Weil ein Produktionsunfall ausgeschlossen werden konnte, geht die Geschäftsführung von einem Anschlag oder einem Mitarbeiterstreit aus. 




Gegen 22 Uhr am Samstagabend entdeckten Mitarbeiter der Nachtschicht eine zerbrochene Glasampulle in dem Firmengelände. Es soll eine sehr übel riechende Flüssigkeit gewesen sein, sagte DEKU-Geschäftsführer Dr. Christof Allmann gegenüber Reporter24. Die Mitarbeiter hätten die Ampulle gesichert und in einen speziellen Abzugskasten eingelegt. Anschließend habe man die Räumlichkeiten gereinigt und belüftet. „Damit war jede Gefahr für die zivile Bevölkerung erstmal gebannt“, so Allmann. Einige Mitarbeiter hätten über Übelkeit geklagt.

Er selbst sei erst am Sonntag über den Vorfall informiert worden. Daraufhin habe er die Ampulle aufgeschnitten und untersucht. Weil es sich um Fremdmaterial handelte, das nicht in der Produktion der Firma vorkommt, alarmierte Allmann die Polizei. Gegen 11 Uhr sei eine Streifenbesatzung eingetroffen und habe den Fall untersucht. Allmann erstattete sogleich Anzeige gegen Unbekannt.




Großeinsatz angelaufen 

Weil die Herkunft des Stoffes unklar war, entschlossen sich die Beamten dazu, die Feuerwehr zu alarmieren. Umgehend wurde ein Alarm ausgelöst, Spezialkräfte rückten an. „Man ist von einer möglichen hohen Gefahr ausgegangen“, sagte Allmann. Der Feuerwehr machte er keinen Vorwurf für den in Facebook bezeichneten „großen Aufriss“. Sicherheit gehe schließlich vor, sagt er.

Neben der örtlichen Feuerwehr waren auch Unterstützungskräfte aus Hohenstadt, Altdorf, Hartmannshof, Hersbruck und Nürnberg sowie das THW im Einsatz. Fast ausschließlich Ehrenamtliche waren hier eingesetzt. Die rund 120 Einsatzkräfte sicherten die Ampulle und verpackten diese fachgerecht. Wie DEKU-Geschäftsführer Dr. Christof Allmann gegenüber Reporter24 äußerte, geht dieser von einer Art „Stinkbombe“ aus.

Ferner gebe es laut seiner Auffassung lediglich zwei Möglichkeiten zur Ursache. Entweder habe es unter den Mitarbeitern Streit gegeben und einer legte die Ampulle aus oder jemand hat von außen die Ampulle auf das Grundstück geworfen. Das sei grundsätzlich denkbar, sagt Allmann. Denn die Bauweise des Firmengeländes würde das zulassen. Zornige Exmitarbeiter gebe es auch, weil man hier kürzlich verhaltensbedingte Entlassungen aussprechen musste, heißt es.




Landeskriminalamt ermittelt 

Um welche Substanz es sich handelte, ist auch am Montag noch unklar. Polizeisprecher Rainer Seebauer sagte auf Nachfrage von Reporter24, dass die Feuerwehr den Stoff nicht einstufen und verifizieren konnte. Deswegen habe man die sichergestellte Glasampulle an das LKA nach München überstellt.  Die Untersuchungen dazu laufen noch.

Geschäftsführer Allmann wehrt sich unterdessen gegen Vorwürfe aus den sozialen Netzwerken. Ehemalige Mitarbeiter hatten dort geschrieben, dass es kein Wunde sei „bei den magelhaften Sicherheitsvorkehrungen“. Teilweise ging es sogar noch weiter; beinahe „geschäftsschädigend“ sein man hier vorgegangen. Mittlerweilen sind die Kommentare gelöscht. Aber die Ermittlungen richten sich wohl auch gegen einst entlassene Mitarbeiter.

 







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