Versuchte Kindesentführung in Roth

ROTH / MITTELFRANKEN. Seit Montag kursieren im Internet mehrere Horrormeldungen, dass in Roth Kinder angesprochen und beobachtet worden sein sollen. In einem Fall sei der Täter sogar auf eine voll besetzte Gartenterrasse gesprungen und habe versucht, ein Kind mitzunehmen. Dieser Täter sei auch gefasst worden. In Facebook werden die Vorfälle mit mutmaßlichen Beweisen unterfüttert. Screenshots, wo die betroffenen Eltern darüber geschrieben haben sollen. Reporter24 hat mit der Polizei gesprochen. 



Tatsächlich hat sich mindestens ein Fall so ähnlich zugetragen wie geschildert, teilte die Polizei mit. Anwohner des Wohngebietes in Roth hatten die Polizei verständigt, da sich ein zunächst unbekannter Mann im Bereich der dortigen Wohnsiedlung auffällig verhalten würde und in mehrere Gärten geschaut hätte. Erste Überprüfungen verliefen hier aber ohne Feststellungen.

Gegen 21 Uhr soll der spätere Tatverdächtige schließlich in einen Garten eingestiegen sein und dort nach einem zweijährigen Kleinkind gegriffen haben, das sich auf der Terrasse aufhielt. Auf Ansprache der anwesenden Eltern flüchtete der Mann. Im Rahmen der eingeleiteten Fahndung nahm eine Streifenbesatzung der Polizeiinspektion Roth dann einen 27-jährigen Mann in der Nähe des Bahnhofs fest.




Im Zuge der Festnahme stellten die Polizisten fest, dass der 27-Jährige mehrere Gramm Marihuana mit sich führte. Bei einer anschließend durchgeführten Durchsuchung seiner Wohnung wurden die Beamten erneut fündig und beschlagnahmten zudem eine geringe Menge einer synthetischen Droge.

 




Der 27-jährige Tatverdächtige stand während des Vorfalls offensichtlich unter Drogeneinfluss, sagte die Polizei. Ein entsprechender Schnelltest verlief positiv. Die näheren Hintergründe der Tat sind derzeit nicht bekannt. Bei dem Mann soll es sich um einen Deutschen handeln, der nicht in Roth wohnen würde, sagte ein Sprecher auf Nachfrage von Reporter24. Die Polizei leitete gegen den Festgenommenen ein Ermittlungsverfahren wegen unerlaubten Drogenbesitzes, Hausfriedensbruchs und des Verdachts der versuchten Entziehung Minderjähriger ein.

Keine weiteren Fälle bekannt

Weitere Vorfälle sind der mittelfränkischen Polizei derzeit nicht bekannt, heißt es auf telefonische Nachfrage. Zahlreiche Meldungen waren in den letzten Stunden im Netz zu finden, immer wieder in anderen Versionen. Auch der angebliche Übergriff auf eine 13-Jährige zwischen Spalt und Großweingarten sei bislang nicht gemeldet worden, sofern er stattfand.

Mit der Festnahme des 27-Jährigen sei laut Polizeiangaben derzeit von keiner weiteren akuten Gefahr auszugehen.










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