Vermisste Sophia: Großeinsatz in Lauf

Großeinsatz in Lauf. Foto: Reporter24

LEIPZIG/LAUF. Im Laufe des Tages wurden gestern und heute diverse Suchaktionen in Ober – und Mittelfranken durchgeführt, um die vermisste Sophia Lösche aufzufinden. Bereits gestern wurde „auf Grund eines Haftbefehls“ eine männliche Person festgenommen, die dringend verdächtig ist, die seit dem 14.06.2018 vermisste Sophia getötet zu haben. Das teilte die Polizei in Sachsen am frühen Dienstagabend mit. An der Führung der Ermittlungen seien weiterhin Polizeibehörden aus mehreren Bundesländern sowie ausländische Polizeidienststellen beteiligt.



„Die Ermittlungen werden von allen beteiligten Behörden in enger Abstimmung und mit höchster Intensität geführt, um Sophia Lösche zu finden und die Straftat, derer der Beschuldigte dringend verdächtig ist, aufzuklären“, sagte ein Sprecher. Derzeit seien die Ermittlungen aber noch nicht so weit fortgeschritten, dass Einzelheiten mitgeteilt werden können, ohne den Fortgang der Untersuchungen zu gefährden.

Polizei will sich nicht äußern

Die beteiligten Polizei- und Justizbehörden würden alles in ihrer Macht stehende tun, um möglichst schnell eine Aufklärung des Falles zu erreichen und Sophia Lösche zu finden. Entsprechende Suchmaßnahmen haben am Dienstag im Veldensteiner Forst stattgefunden.

Details sind aber auch hier nicht bekannt. Einsatzkräfte durchkämmten offenbar ein Waldstück an der Autobahn hinter dem Autobahnparkplatz Sperbes zwischen Plech und Hormersdorf. Auch in Lauf seien eine Suchmannschaft und ein Hubschrauber im Einsatz gewesen.




Absuche rund um den Parkplatz an der A9. Das Ergebnis lässt die Polizei offen. Foto: red

Zu den Ergebnissen will und kann sich die Polizei in Oberfranken nicht äußern. Wie ein Sprecher gegenüber Reporter24 mitteilte, habe man alle Informationen nach Leipzig übermittelt. Dort laufe die federführende Ermittlungsarbeit. Auch am Mittwoch sollen in Oberfranken weitere Suchmaßnahmen durchgeführt werden.




Absuche im Veldensteiner Forst. Das Gebiet ist groß und unübersichtlich. Aber offenbar hat die Polizei eine Spur und engt den Suchradius ein. Foto: Reporter24

Familienangehörige hatten in den sozialen Medien berichtet, dass ein Lastwagenfahrer, der Sophia mitgenommen haben soll, in Spanien gefasst worden sei. Dort will auch nach eigenen Angaben der Bruder von Sophia Lösche den marokkanischen Lastwagenfahrer gefunden haben. Mit Hilfe von Aufzeichnungen der Mautstationen in Frankreich und Spanien soll die Polizei den Fahrer schließlich ausfindig gemacht haben. Der habe aber angegeben, dass die 28-Jährige bei Lauf an der Pegnitz am Faunberg ausgestiegen sei.



Pegnitzauen in Lauf abgesucht

Ortskenntnisse besitzt die 28-Jährige. Sie ist einige Jahre lang in Pommelsbrunn zur Schule gegangen. Doch bislang fehlt von ihr jede Spur, auch das Handy sei nicht mehr erreichbar. Seit den Mittagsstunden haben Einsatzkräfte der Polizei am Mittwoch mit Manpower und Booten nun auch die Pegnitz und die umliegenden Wiesen in Lauf abgesucht. Ohne Erfolg allerdings. Am Abend wurde die Suche erfolglos abgebrochen.

Großeinsatz in Lauf. Foto: Reporter24




Boote werden zu Wasser gelassen. Foto: Reporter24

Von Leipzig nach Amberg

Wie bereits bekannt war, wollte Sophia als Tramperin von Leipzig über Nürnberg nach Amberg weiterreisen, wo sie aber nie ankam. Ob es sich bei dem marokkanischen Brummifahrer um den Tatverdächtigen handelt, dazu wollte die Polizei bislang keine Angaben machen. Laut Ermittler beabsichtigte die gebürtige Ambergerin am Donnerstag (14.06.2018) über eine Mitfahrgelegenheit nach Nürnberg zu trampen, um danach weiter nach Amberg zu fahren. Über die Polizeiinspektion Amberg wurde am Freitag die Polizei in Leipzig über eine Vermisstenfahndung nach Sophia informiert.

Hiernach sei ein Ermittlungsersuchen an die Leipziger Polizei gestellt worden, mit der Bitte um Ermittlungsunterstützung. Es konnte laut Polizeiangaben dann festgestellt werden, dass die 28-Jährige am Donnerstag, etwa gegen 17:45 Uhr, auf einer Tankstelle in Schkeuditz, am Bierweg, mit mehreren Personen sprach. Letztendlich unterhielt sie sich mit einem bisher unbekannten Mann, der sie, wie sie selbst noch kommunizierte, nach Nürnberg mitnehmen wollte. Gegen 18:20 Uhr verließ sie gemeinsam mit dem Fremden in einem Lkw das Tankstellengelände.



Dringend Zeugen gesucht

Wie die Polizei weiter mitteilte, werden nach wie vor dringend Zeugen gesucht, die die 28-Jährige am Donnerstag nach dem Zustieg in den Lkw in Schkeuditz oder außerhalb des Lkw alleine oder in Begleitung gesehen haben. Ebenso werden Zeugen gesucht, die Feststellungen zu dem Lkw gemacht haben (Fahrtrouten, Standplätze auf Parkplätzen oder Raststätten usw.). Hier kommen besonders auch Punkte in Oberfranken in Frage.

Zeugen und Hinweisgeber werden gebeten, sich bei der Kriminalpolizei Leipzig, Dimitroffstraße 1, 04107 Leipzig, Tel.: 0341/966 46666 oder jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.







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