Rettungswagen gerufen und attackiert: USK Einsatz in Nürnberg

Fassungslose Rettungskräfte. Sie wollten nur helfen. Foto: Eberlein

NÜRNBERG. Unfassbare Szenen spielten sich gestern Abend am Pegnitzgrund in Nürnberg ab. Junge Menschen feiern unter der Theodor-Heuss-Brücke. Dann setzen sie einen Notruf ab: „Hier ist jemand bewusstlos“. Als die Retter eintreffen werden die beleidigt, mit Steinen beworfen und schwer attackiert. Nun werden die Retter selbst zu Opfern und rufen um Hilfe. 




Erst letzte Woche ging die Nachricht um die Welt, wie Jugendliche im Englischen Garten in München randalierte und Einsatzkräfte attackierten. Polizei und Feuerwehr mussten eingreifen um die Sanitäter zu schützen. Undenkbar? Nein. Gestern Abend ein ähnliches Bild in Nürnberg. Ein Sanitäter, der seinen Namen lieber nicht in der Zeitung lesen will, sprach gegenüber Reporter24 von „schlimmen Szenen“ und einem „traurigen Höhepunkt“ seiner 20-jährigen Dienstzeit.




„Die Kollegen haben über Funk richtig um Hilfe gerufen“, sagt der 40-Jährige. „Das ging durch Mark und Bein“, führt der Sanitäter fort. Rund zehn Jugendliche sind laut Polizeiangaben auf die Rettungswagenbesatzung losgegangen. Fünf Personen seien in Gewahrsam genommen worden. „Darunter auch betrunkene Minderjährige“, sagte ein Sprecher. Gegen 21 Uhr sei der Rettungswagen der Johanniter eingetroffen. Sofort habe man die Rettungskräfte beleidigt und beworfen. Sie brachten sich im Fahrzeug in Sicherheit, der Rettungswagen wurde beschädigt. Die Sanitäter selbst blieben zum Glück unverletzt.

Fassungslose Rettungskräfte. Sie wollten nur helfen. Foto: Eberlein




Nach dem Hilferuf über Funk wurde Großalarm ausgelöst. Neben zahlreichen Streifenbesatzungen, wurden auch die USK, die Feuerwehr und weitere Rettungswagen alarmiert. Erst durch den massiven Einsatz, konnte die Lage entschärft werden. Fünf Personen wurden in Gewahrsam genommen. „Einige von ihnen wehrten sich auch gegen die Polizeibeamten und beschimpften diese als Rassisten“, sagte ein Reporter vor Ort.

Der Grund für die Attacke ist noch unklar. Bislang sind keinerlei Gründe ersichtlich. Einen wie ursprünglich gemeldeten Bewusstlosen haben die Einsatzkräfte jedenfalls nicht aufgefunden. Die Polizei hat die Ermittlungen bereits aufgenommen.







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