Hetzjagd auf Asylbewerber: Erfundene Geschichte aus Bayreuth geistert durch Facebook

BAYREUTH. Alois N. aus Bayreuth hat in sämtlichen Netzwerken einen beispiellose Hetzjagd auf Asylbewerber losgetreten. Er berichtet über drei „Asylanten“, welche eine Frau dazu nötigten, sie nach Weidenberg zu fahren. Auch die hinzugerufene Polizei soll nicht geholfen, sondern die Männer gar noch unterstützt haben. Nach Recherchen von Reporter24 und dem Norbayerischen Kurier, fing die Story an zu bröseln.




Dass Alois N. gelogen hat, das gibt er auch am Telefon und in einer Facebooknachricht zu. Der Kurier und auch Reporter24 haben sich auf die Suche nach dem Hetzer aus Bayreuth gemacht. Der bekennende Ausländerfeind ist AfD Wähler und postet regelmäßig Hassparolen und Hetze im Internet. Die nachstehende Geschichte mit den drei Asylbewerbern ist falsch. Auch bei der Polizei wurde ein solcher Fall nie vorgetragen.

Auf Vorhalt räumte N. das ein. Zunächst habe es ihm die Nachbarin erzählt. Ihren Namen weiß er natürlich nicht. Auch der Tattag und die Tankstelle sei ihm nicht bekannt. Aber vermutlich die Shell an der Autobahnauffahrt Nord, meinte er. Auch dass er bei Kurier gewesen sei, ist eine Lüge. Auf Nachfrage von Reporter24 war dort kein solcher Brief eingereicht worden. Auf Vorhalt räumte Alois N. dann auch diese Lüge ein.




Warum er gelogen habe, wüsse er nicht so genau. Auf jeden Fall könne es in „unserem Land“ so nicht weitergehen. Die Ausländer seien schuld und über diese darf die „Lügenpresse“ ja eh nichts schreiben, sagt er. Belegen kann er natürlich wieder nichts. Diese Story ist wohl auch nicht seine Erste. Im Netz konnte die Redaktion ähnliche Aufrufe finden und N. zuordnen. Bis zum Nachmittag versprach er, alles zu löschen was erfunden wurde.

Hier der Text im Original:

alois




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