Sterbliche Überreste stammen höchstwahrscheinlich von Peggy Knobloch

OBERFRANKEN / THÜRINGEN. Die am Samstagnachmittag in einem Waldgebiet im thüringischen Landkreis Saale-Orla aufgefundenen Skelettknochen stammen höchstwahrscheinlich von der 2001 verschwundenen neunjährigen Peggy Knobloch. Dies ergaben die ersten rechtsmedizinischen Untersuchungen und Erkenntnisse am Fundort. Die Staatsanwaltschaft Bayreuth und die Kriminalpolizei Bayreuth mit einer Sonderkommission (SOKO) führen die Ermittlungen im Fall des verschwundenen Kindes fort.




Ein Pilzsammler fand am Samstag in einem Waldstück zwischen Nordhalben (Lkr. Kronach) und Rodacherbrunn (Lkr. Saale-Orla) Skelettteile auf und alarmierte die Polizei. Bei einer ersten Inaugenscheinnahme der Polizeibeamten bestätigte sich der Verdacht, dass es sich um menschliche Knochen handelt. Die Kriminalpolizei Saalfeld leitete umgehend die notwendigen Maßnahmen vor Ort ein und sperrte den Fundort ab. Am Sonntag begannen Einsatzkräfte der thüringischen Bereitschaftspolizei mit der akribischen Absuche des Areals. Spezialisten der Spurensicherung waren ebenfalls im Einsatz. Die Suchmaßnahmen und damit im Zusammenhang stehende kriminalpolizeiliche Maßnahmen mit zahlreichen Einsatzkräften dauern an.

Keine 15 Kilometer vom Heimatort des vermissten Mädchens entfernt, wurden die Knochen gefunden. Nun sollen die Gegenstände, darunter angeblich auch ein Schulranzen, sowie die menschlichen Überrreste untersucht werden, ob sie dem Mädchen zugeordnet werden können. Laut Informationen der Staatsanwaltschaft, handelt es sich tatsächlich um eine Kinderleiche. Ermittler schätzen die Wahrscheinlichkeit auf über 99 Prozent ein. Daher müsste es sich bei den gefundenen Gegenständen wohl um Peggys Sachen handeln. Vielleicht haben die Beamten auch den Rucksack aufgespürt. Andernfalls wäre diese Sicherheit nicht erklärbar. Die Überreste des Kindes wurden in die zuständige Gerichtsmedizin nach Gera gebracht. Erste Ergebnisse sollen am Dienstag vorliegen.

Polizei bestätigt den Fund persönlicher Gegenstände

Die im Zuge der durchgeführten polizeilichen Maßnahmen aufgefundenen Knochenreste werden im Institut für Rechtsmedizin in Jena auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Gera am Montag untersucht. Nach den bisherigen Erkenntnissen stammen die sterblichen Überreste höchstwahrscheinlich von der am 7. Mai 2001 verschwundenen Peggy Knobloch. Im Bereich des Fundorts sichergestellte Gegenstände deuten ebenfalls auf das Mädchen hin.

Daraufhin intensivierten die Staatsanwaltschaft Bayreuth und die Kriminalpolizei Bayreuth wieder ihre Ermittlungen, die seit geraumer Zeit noch gegen Unbekannt geführt werden. Belastbare Hinweise zur Todesursache liegen den Ermittlungsbehörden allerdings noch nicht vor. Die entsprechenden Untersuchungen dauern noch an.




SOKO Peggy gegründet

Die bereits seit 2012 agierende Ermittlungsgruppe bei der Kriminalpolizei Bayreuth wurde heute personell und organisatorisch zur SOKO Peggy erweitert und steht unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft Bayreuth. Die Sonderkommission führt der Leiter der Kriminalpolizei Bayreuth, Kriminaloberrat Uwe Ebner.

Die Auswertung zahlreicher Spuren, sich daraus ergebende Vernehmungen und weitere kriminalpolizeiliche Maßnahmen sind jetzt die nächsten Ermittlungsschritte der SOKO Peggy und der Staatsanwaltschaft.

Gewissheit für die Eltern

Sollte es sich tatsächlich um dass vermisste Mädchen handeln, so bekommen die Eltern von Peggy endlich Gewissheit und ein Stück ihre Ruhe zurück. Deren Gegener haben nämlich mehrfach geäußert, dass vor allem die Mutter etwas mit dem Fall zu tun hätten. Dabei war auch die Rede von einem abgeholten Kinderausweis, der kurz vor dem Verschwinden besorgt worden sei. Auch Gerüchte um die Türkei wurden laut, hierhin sei Peggy verschoben worden.




Vor allem Ulvi – Unterstützerin und Betreuerin Gudrun Rödel schürte in der Vergangenheit immer wieder neue Verdachtsmomente gegen die Mutter von Peggy. Der geistig behinderte und wegen sexuellem Missbrauch an Kindern vorbestrafte Ulvi Kulac war in einem Indizienprozess wegen Mordes an dem Mädchen verurteilt worden. 2015 hatte des Landgericht Bayreuth dieses Urteil aufgehoben. Es war der „Mord ohne Leiche“. Doch sollte Peggys Leiche nun wirklich gefunden worden sein, so gibt es großen Klärungsbedarf. Auch für Gudrun Rödel.

Suchmaßnahmen waren nie eingestellt

peggysuche

Seit dem Verschwinden des Mädchens im Jahre 2001 hat die Polizei mehrere aufwändige Suchaktionen durchgeführt. Allerdings führte das nie zu einem Ergebnis. Zuletzt hatten Polizeitaucher im April 2015 in der Talsperre Pirk nach der Schultasche und anderen Gegenständen gesucht.