Nach Selbstmordanschlag in Ansbach: Polizei bittet um Hinweise, Bilder und Videos

Symbolbild: Archiv

ANSBACH. In der Innenstadt von Ansbach kam es am Sonntagabend zu einer Sprengstoffexplosion. Wie die Behörden am Morgen bestätigten, fand der Anschlag unmittelbar vor dem Festivalgelände von Ansbach Open statt. Es besteht sogar der Verdacht, dass sich der Attentäter Zutritt zum Gelände verschaffen wollte.





 

Am Sonntag fand der letzte Konzerttag des Festivals „Ansbach Open“ in der Reitbahn am Schloss vor etwa 2.500 Zuschauern statt. In unmittelbarer Nähe zur Veranstaltung fiel den Sicherheitsangestellten gegen 21:45 Uhr eine verdächtige Person auf.

Dabei handelte es sich um einen jungen Mann, der einen Rucksack mitführte und vor der Einlassstelle in der Pfarrstraße über längeren Zeitraum auf und ab ging. Anschließend hielt er sich im Bereich der Außenbestuhlung eines dortigen Weinlokals auf. Dort kam es gegen 22:10 Uhr zu einer Explosion, nachdem sich der junge Mann nach Zeugenaussagen kurz nach vorne gebeugt hatte.

Der Attentäter kam bei dem Anschlag ums Leben, 12 weitere Menschen wurden verletzt. In Lebensgefahr befindet sich offenbar niemand. Mit der Bombe wurden auch Nägel und Metallteile gestreut. Die Einsatzkräfte waren mit einem Großaufgebot vor Ort.

Rund 350 Rettungskräfte und 200 Polizisten sorgten unter anderem für eine Evakuierung des Festivals in Ansbach. Es sei keine Panik ausgebrochen, alles lief ruhig und zügig ab. Der syrische Täter wollte offenbar mehrere Menschen in den Tot reißen. Mit wem er vor der Explosion telefonierte, das soll nun die SOKO klären. Das Handy wurde aufgefunden. Auch die weitere Vernetzung des Täters wird geprüft.

Täter trotz Vorstrafen nicht abgeschoben

Bei dem getöteten tatverdächtigen Mann handelt es sich um einen 27-jährigen Syrer, dessen Asylantrag abgelehnt wurde und der mit Duldung seit 02.07.2015 in Ansbach wohnte. Der Tatverdächtige trat bereits wegen verschiedener Delikte strafrechtlich in Erscheinung. Unter anderem wegen Drogendelikten und Nötigung. Außerdem versuchte er sich bereits zweimal das Leben zu nehmen.




Wegen der Bürgerkriegssituation in Syrien konnte der Täter trotz seiner Straffälligkeiten nicht abgeschoben werden. Innenminister Herrmann zur Presse: „Eine Abschiebung geht hier nur bei massivsten Straftaten“. Einsatzkräfte der Polizei sperrten den Tatort weiträumig ab. Das Konzert wurde in Absprache mit dem Veranstalter beendet und die Veranstaltungsörtlichkeit des Musikfestivals von Einsatzkräften der Polizei und des Sicherheitsdienstes geräumt.

Hinweistelefon und Medienupload für die Bevölkerung

Ermittler der Kriminalpolizei Ansbach haben mit der Tatortarbeit begonnen. Unterstützt werden sie von Kräften des Bayerischen Landeskriminalamtes, der Bayerischen Bereitschaftspolizei, weiteren Spezialeinsatzkräften sowie den örtlichen Feuerwehren und Rettungsdiensten. Für die weiteren Ermittlungen wurde eine Sonderkommission mit über 30 Personen gegründet.




Die Polizei hat ein Hinweistelefon eingerichtet. Unter der Rufnummer 0911 2112-3333 können entsprechende Zeugenhinweise an den Kriminaldauerdienst Mittelfranken gerichtet werden. Videoaufnahmen bzw. im Zusammenhang mit dem Ereignis gefertigte Bilder können der Polizei unter der E-Mail-Adresse rba.mittelfranken@web.de zur Verfügung gestellt werden.


Der Verlauf der ersten Meldungen:

  • Reporter24-Leser meldet um 22:55 Uhr die Explosion eines Rucksacks
  • Polizei bestätigt einen Toten und 12 Verletzte, davon drei davon schwer
  • Großaufgebot an Rettungskräften im Einsatz, 350 Rettungskräfte und 200 Polizisten
  • Definitiv keine Gasexplosion sondern ein Anschlag
  • SEK im Einsatz, Innenminister auf dem Weg nach Ansbach
  • Einsatzkräfte sprechen von explodiertem Rucksack
  • Mehrere Rettungshubschrauber auf Anflug (auch aus München)
  • Musikfestival Ansbach Open angebrochen
  • Für Zeugenhinweise ist die Rufnummer 0911 2112 – 3333 geschaltet
  • 3:20 Uhr – Pressekonferenz verzögert sich