Wahlbeteiligung bei 21,86 Prozent: Bayreuth meckert – wählt aber nicht

Foto: Reporter24|Lutz

BAYREUTH. Es ging um die Sanierung der Bayreuther Stadthalle. Ein Bürgerbegehren wollte den Stadtratsbeschluss kippen und Alternativen suchen. Doch der Bayreuther Bürger geht nicht gerne wählen. Nur 21,86 Prozent aller Wahlberechtigten sind zur Urne geschritten.

Es war wohl eine der wichtigsten und weitreichendsten Entscheidungen der letzten Jahrzehnte für Bayreuth. Seit Monaten dominierte ein ganz bestimmtes Thema die Lokalpresse. Die Bayreuther Stadthalle. Nun steht die Entscheidung fest: Es gibt die „Große Lösung“.





 

Die Stadthalle wird umgebaut und saniert. Geschätzte Kosten: Über 55 Millionen Euro. Keines der beiden angestrebten Bürgerbegehren hat am Sonntag Erfolg gehabt. Der Stadtratsbechluss wird daher nicht gekippt.

Denkbar wäre auch eine abgespeckte Sanierung gewesen, viele Bürger hatten ja zuvor über die Kosten geschimpft. Doch scheinbar hatte das Thema dann doch nicht so viele Menschen interessiert, wie es zuerst skandiert wurde.

Von insgesamt 58.823 Stimmberechtigten,  haben sich lediglich 12.860 Bayreuther an dem Bürgerentscheid beteiligt. Doch die Wahlbeteiligung alleine war nicht schuld daran. Denn von den abgegebenen Stimmen, war auch die Mehrheit für die große Sanierung.

Damit bekommt Bayreuth eine generalsanierte Stadthalle. Die Planungen können nun weiter gehen, wurden aber durch das Begehren um viele Wochen zurückgeworfen.


 

Stimmberechtigte: 58.823
Wahlbeteiligung: 21,86%
Wähler: 12.860

Stadtrat Klaus Wührl: Der Bayreuther Bürger ist blöd

„Der Bayreuther Bürger ist blöder als blöd“- so reagiert Stadratsmitglied Klaus Wührl am Sonntag auf die Wahlbeteiligung zum Bürgerentscheid über die Stadthalle. „Ich bin richtig stinksauer auf all diese vollkommen desinteressierten Bierdimpfel, die bei jeder Gelegenheit das Maul aufreißen und nichts, aber auch gar nichts auf die Reihe kriegen“, schreibt er auf seiner Facebookseite und erntet Lob und Respekt für seine ehrlichen Worte.




Es sei völlig egal, wie das Ergebnis der Abstimmung laute. Die Wahlbeteiligung spreche Bände. Verloren habe Bayreuth mit seinen Bürgerinnen und Bürgern, „die nicht einmal heute ihren Arsch zwischen Bier und Bratwürscht kurz zur Wahlurne bewegen konnten“, so Wührl. „Es soll mir bloß keiner mehr kommen und irgendwas über den Stadtrat lästern“.

Tatsächlich haben viele Bürger pausenlos geschimpft und gefachsimpelt. Der Stadtrat sei unfähig und bringe es nichts zu Stande. Auch Facebook war voll von entsprechenden Sprüchen und Parolen. Jetzt wo es aber darum ging, selbst etwas zu bewegen, steckten 80 Prozent der Bayreuther den Kopf in den Sand.