Rückruf bei KiK: Kinderleggings mit Ölsäureamid belastet

WARNUNG. Der Textildiscounter KiK ruft derzeit Kinderkleidung aus seinem Sortiment zurück. Grund dafür sind mögliche gesundheitsschädliche Stoffe in der Druckfarbe. Hier wurde wohl eine Ölsäure gefunden. Wir haben alle Infos kompakt zuammengefasst.

Diese Kinderleggings aus der „My little Pony“-Kollektion von KiK sollte man seine Kinder besser nicht mehr anziehen lassen. Sie können allergische Haureizungen, Atemwegsreizungen und schwere Augenreizungen hervorrufen. Der Konzern warnt nun selbst davor.




Bei dem betroffenen Produkt handelt es sich um die abgebildete Leggings der „My little Pony“ – Reihe, die für 4,99 Euro in den Filialen verkauft wurde. Die Artikelnummer lautet 1687800, die Warengruppennummer ist die 861.

KiK rät allen Verbrauchern davon ab, die Hose weiterhin zu nutzen. Bei Rückgabe in einer KiK-Filiale wird dem Kunden auch ohne Vorlage des Kassenbons der Preis zurückerstattet. Weitere Fragen werden Kunden unter der Servicehotline 0049 (0) 2383/ 95- 4521 (ab 3 Cent pro Minute aus dem Festnetz) beantwortet.






Ölsäureamid

Ölsäureamid ist das Carbonsäureamid der Ölsäure. Ölsäureamid wurde im Liquor cerebrospinalis von Katzen gefunden, die unter Schlafentzug gehalten wurden. Es wurde zunächst als „Cerebrodien“ bezeichnet, da man annahm, dass es sich um ein Dien handle. Kurze Zeit später wurde es schließlich als das „cis“-Isomer Ölsäureamids identifiziert.

Ölsäureamid zeigt Schlaf-induzierende Wirkung und Hypomotilität. Es konnte gezeigt werden, dass Ölsäureamid mit dem Cannabinoid-Rezeptor 1 (CB1-Rezeptor) direkt interagiert. Es aktiviert auch Vanilloid-TRPV1-Rezeptoren. Ob es aber als Endocannabinoid gezählt werden kann, ist trotz der Cannabinoid-ähnlichen Effekte (erhöhter Appetit, Hypothermie, Hypoaktivität) noch umstritten. Ölsäureamid wird durch die Fettsäureamid-Hydrolase (FAAH) abgebaut.




Ölsäureamid findet eigentlich seine Anwendung in der Kunststoffproduktion. Dort dient es als Gleitmittel und erleichtert beispielsweise das Aneinandergleiten von Kunststofffolien. Es ist auch ein Hydrophobierungsmittel und kann auch als Rohstoff für die Kosmetikherstellung verwendet werden. Schließlich wird es als Slipmittel bei Polyethylen- und (neben Erucasäureamid) bei Polypropylenprodukten genutzt. Vor kurzem konnte gezeigt werden, dass das in Polypropylen-Reaktionsgefäßen enthaltene Ölsäureamid auch in Lösung gelangen kann. Dieses könnte anschließend biochemische Experimente beeinträchtigen.

 

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