Betrügerische Kettensägen-Diebe ins Netz der Polizei gegangen

BAYERN. Zwei 34- und 37-jährige Männer aus dem Bereich Kronach konnten nach betrügerischem Erlangen einer Motorkettensäge in Wieselrieth vorläufig festgenommen werden. Die anschließenden Ermittlungen führten zu weiteren gleichgelagerten Fällen und einem Kennzeichendiebstahl, für die die beiden verantwortlich sind. Die Tatorte sind weitläufig und spielen sich unter anderem auch in Kulmbach und Cham ab. Die Polizei geht von vielen weiteren Taten aus.




Am 18. Februar in der Mittagszeit kam ein Mann in ein Geschäft für Agrarartikel, um eine Motorkettensäge zu holen. Er gab vor, in der Nähe im Wald zu arbeiten, wobei ihm seine Motorsäge kaputt ging. Nun benötigt er nach Rücksprache mit seinem Chef eine Neue, um die Arbeiten fortführen zu können. Bei dem Verkaufsgespräch gelang es ihm eine neue Säge und drei Sägeketten im Gesamtwert von ca. 750 Euro zu bekommen ohne diese sofort zu bezahlen. Die ausgehändigten bzw. angegebenen Personalien des „Käufers“ stellten sich später als falsch heraus, weshalb der Firmeninhaber Anzeige bei der PI Vohenstrauß erstattet.

Am 22. Februar, wieder in der Mittagszeit, kam ein anderer Mann in das Geschäft und gab sich als Chef des Mannes vom 18.02. aus. Bei dem Gespräch wollte der Mann eine andere Motorkettensäge zur Probe mitnehmen. Auch jetzt versuchte er das Verkaufsgespräch so zu lenken, dass er auch hierbei erst später bezahlen kann. Da eine Übergabe der Säge auf verständlichen Gründen nun nicht erfolgte, flüchtete der Mann mit einem Lieferwagen. Der Geschäftsinhaber verfolgte das Fahrzeug und trat dabei telefonisch mit der PI Vohenstrauß in Kontakt. Deshalb gelang es relativ schnell den Fahrer festzunehmen. Bei der Verfolgung konnte bereits festgestellt werden, dass das am Fahrzeug angebracht Kennzeichen am 18.02. in Altenstadt a.d. Waldnaab entwendet worden war.

Der Festgenommene gab schließlich an, dass er mit einem zweiten Mann unterwegs sei, der in der Nähe auf einem Parkplatz warten würde. Dort stellt die Polizei jedoch fest, dass dieser von der Polizeiaktion offensichtlich Wind bekam und zu Fuß flüchtete. Bei der anschließenden Fahndung nach diesem Mann gelang es schließlich, ihn in seinem Versteck in einem Jägerhochsitz aufzuspüren und ebenfalls festzunehmen.




Umfangreiche Ermittlungen

Bei den nun folgenden Ermittlungen wurde festgestellt, dass in Cham am 18.02. gegen 14.00 Uhr auf dieselbe Masche eine Rückfahrkamera im Wert von 440,- Euro und am 19.02. in Kulmbach ebenfalls eine Motorkettensäge im Wert von 830,- Euro erlangt wurden. Beide Taten konnten dem Duo zugeordnet werden.

Nach derzeitigen Erkenntnissen geht die Polizei davon aus, dass weitere gleichgelagerte Taten im Bereich Ober- und Unterfranken ebenfalls auf das Konto der Beiden geht. Näheres hierzu muss aber noch ermittelt werden. Da die Polizei davon ausgeht, dass einer der Beiden lediglich als Mitläufer agierte, wurde dieser auf freien Fuß gesetzt. Der andere Mann wurde am Dienstag dem Haftrichter vorgeführt, welche Haftbefehl erließ.




Der benutzte Lieferwagen war ordnungsgemäß angemietet worden und wird an die Firma übergeben. Bei einem der Täter konnten bei einer Wohnungsüberprüfung vier Motorsägen und eine Rückfahrkamera sichergestellt werden.