20 Messerstiche im Kopfbereich: Einbrecher versuchte junge Altenpflegerin zu töten

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PRESSATH, LKR. NEUSTADT A.D.WALDNAAB (OPF). Es war ein brutaler Überfall in der Nacht zum Pfingstsamstag in Pressath (wir berichteten). Eine 25-Jährige wurde gegen 03.45 Uhr in der Bachstraße vor einem Wohn- und Geschäftshaus auf dem Gehweg liegend aufgefunden. Der Täter, ein 29-Jähriger, zerrte die Frau aus ihrer Wohung vergewaltigte sie und stach 20 Mal auf sie ein.

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Nach einer Erstversorgung der Schwerstverletzten durch einen Notarzt erfolgte die Einlieferung in ein Klinikum. Zu diesem Zeitpunkt bestand akute Lebensgefahr. In einer längeren OP wurde die 25-Jährige notoperiert, worauf sich ihr Gesundheitszustand stabilisierte. Nach Auskunft der Ärzte ist sie am Pfingstsonntag aus ihrem Koma erwacht. Doch was ist passiert?


Das brutale Protokoll eines Gewaltverbrechens

Die Staatsanwaltschaft wirft dem jungen Mann vor, in den frühen Morgenstunden des 23.05.2015 ein Wohn- und Geschäftshaus in Pressath betreten zu haben. Dort soll er zunächst in einer unversperrten Wohnung im zweiten Stock erfolglos nach Stehlenswertem gesucht haben. Anschließend soll er sich zur im Erdgeschoß befindlichen Metzgerei begeben haben.

Nachdem der Täter sich gewaltsam Zutritt zu diesen Räumlichkeiten verschafft hatte, soll er erfolglos versucht haben eine Kasse aufzubrechen. Als seine weitere Suche nach Wertsachen zu keinem Ergebnis kam, nahm er ein Messer mit einer Klingenlänge von fast 20 Zentimetern an sich. Daraufhin ging er dann zu der Wohnung im ersten Stock.

Dort lebte zu diesem Zeitpunkt eine 25 – jährige Altenpflegerin, welche dem Täter vollkommen unbekannt war. Der 29-Jährige soll dann die Wohnungstür eingetreten und sich Zugang zur Wohnung verschafft haben. Als die Geschädigte, welche zu diesem Zeitpunkt geschlafen hatte, aufwachte und sich in den Wohnungsflur begab, soll der Angeklagte sofort begonnen haben mit dem Messer auf den Kopf der Geschädigten einzustechen, um diese zu töten. Der nun bereits Angeklagte, soll seinem Opfer laut Staatsanwalt dabei eine Vielzahl von Stichen zugesetzt haben.





 

Täter wollte seinem Opfer die Kehle durchtrennen

Weiter soll er dann versucht haben die stark blutende, am Boden liegende und sich wehrende Altenpflegerin zu vergewaltigen. Den Widerstand der Geschädigten soll er dabei mit weiteren Stichen und Schlägen gebrochen haben. Nachdem der Täter die Vergewaltigung aber nicht wie geplant vollenden konnte, soll er aus Wut und Enttäuschung darüber versucht haben der Geschädigten die Kehle durchzuschneiden.

Seinem Opfer gelang es aber noch die Hand schützend vor ihren Hals zu halten, was aber zu schweren Schnittverletzungen in diesem Bereich führte. Nach weiteren Stichen und Schlägen in den Kopf- und Handbereich der Geschädigten soll diese dann stark blutend und regungslos am Boden liegen geblieben sein. Insgesamt soll der Angeklagte mehr als 20 mal auf den Kopf der Geschädigten eingestochen haben.

Hilferufe haben Leben gerettet

Nach der Tat soll der Mann dann das Handy der schwerverletzten Frau an sich genommen und das Haus verlassen haben. Der Geschädigten gelang es nach kurzer Zeit, trotz des massiven Blutverlustes, auf die Straße zu gelangen und nach Hilfe zu rufen, wodurch Nachbarn auf sie aufmerksam wurden und Rettungsmaßnahmen einleiten konnten. Es bestand akute Lebensgefahr. Nur durch eine Notoperation konnte das junge Leben gerettet werden.

Mordprozess beginnt im Januar

Die Staatsanwaltschaft Weiden hat Anklage wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und versuchter besonders schwerer Vergewaltigung erhoben. Zusätzlich soll sich der Angeschuldigte wegen versuchten Diebstahls, Diebstahls in einem besonders schweren Fall und versuchten Wohnungseinbruchsdiebstahls mit Waffen verantworten.




Die Ermittler gehen davon aus, dass der Angeklagte die Tat heimtückisch, grausam, zur Verdeckung einer Straftat und aus niedrigen Beweggründen begangen hat. Im Fall der Verurteilung droht dem Angeschuldigten lebenslange Haft. Der Prozess beginnt am 7. Januar 2016.