Frauenschläger muss ins Gefängnis

MAINLEUS / KULMBACH. Weil er Anfang Februar in der oberen Stadt in Kulmbach „Sieg Heil“ gerufen hatte, wurde er von einer jungen Studentin mit einem Pizzastück beworfen. Daraufhin ging der amtsbekannte 31-jährige Schläger auf die 20-Jährige los und verprügelte sie. Als ihre Freundin helfen wollte, bekam auch sie entsprechende Hiebe ab. Der massiv vorbestrafte Mann aus Mainleus muss nun ins Gefängnis. Auch die Richterin hatte jetzt genug von ihm. 

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„Er wollte halt den strammen Max markieren“, beschwichtigte Rechtsanwalt Dr. Dr. Johannes Driendl den Fall vor Gericht. Doch so einfach wollten es weder Staatsanwaltschaft, noch die Richterin abhandeln. Der 31-jährige Zimmerer aus Mainleus ist kein Unbekannter. Zahlreiche Einträge ziehen sich durch sein Vorstrafenregister. Schwerer sexueller Missbrauch von Kindern, Vollrausch, mehrfaches Fahren ohne Fahrerlaubnis, Beleidigung, Betrug, Trunkenheit im Verkehr und immer wieder Körperverletzungsdelikte. Auch im Gefängnis und einer Entziehungsanstalt war er schon. Doch straffrei wurde er nicht, im Gegenteil. Neben dem jetzt verurteilten neuen Fall, liegen schon drei weitere Anklagen bei der Staatsanwaltschaft. „Gefährliche Körperverletzung, Bedrohung , Beleidigung“, so ein Teil der neuen Vorwürfe.



Hitlergruß und Pizzawurf

Er wollte mal wieder feiern gehen und Spaß haben. Am 7. Februar 2015 sprach der 31-Jährige daher zwei junge Frauen in der oberen Stadt an, wollte ihnen etwas ausgeben. Doch die beiden Freundinnen wollten nicht. Als dann sein Telefon klingelte und er einen Freund mit „Heil Hitler“ begrüßte, war es um die Gunst der Frauen geschehen. Sie tolerierten diese Naziparole nämlich nicht. Eine von ihnen bewarf den 31-Jährigen mit einem Pizzastück. Damit eskalierte die Situation. Der stark alkoholisierte Mann schlug der Werferin ins Gesicht, es kam zur Rangelei. Die zweite Studentin wollte ihre Freundin zur Hilfe eilen, wurde dann aber selbst geschlagen und gegen einen Schaukasten geschleudert. Als die beiden 20-Jährigen die Polizei rufen wollten, türmte der Schläger und lies sein Handy fallen. Die Beamten machten den 31-Jährigen dadurch ausfindig und es kam zur Anklage.

Der Beschuldigte gab vor Gericht an, sich an nichts zu erinnern. Man solle die Mädels fragen. Diese gaben ihre Version zu Protokoll und zeigten Fotos ihrer Verletzungen. Am Ende kam das Urteil mit acht Monaten Gefängnis. Doch das ist erst die Spitze des Eisbergs. Denn der vorbestrafte Mann aus Mainleus stand unter Bewährung weil er seine Freundin verprügelte. Demnach wird nun auch diese Strafe noch vollstreckt werden. Darüber hinaus laufen noch drei weitere Verfahren gegen den 31-Jährigen, der erst vor wenigen Wochen seinen Beruf als Metzger an den Nagel hängte, um Zimmerer zu werden.



Heil Hitler – „In Mainleus grüßt man so“

Der verbotene Nazigruß sorgte ebenfalls für Diskussionen in der Verhandlung. Während der 31-Jährige selbst bestritt, ein Nazi zu sein, fand man auf seinem Facebook-Account entsprechendes ausländerfeindliches Material. Von Hitlersprüchen über szeneübliche Nazilieder bis hin zu entsprechenden Bildern und Parolen. Auch bösartige Unmutsäußerungen über Polizisten fanden sich auf der Seite. Der Bekannte, mit dem der 31-Jährige am 7. Februar telefoniert hatte, als der Nazigruß fiel, sagte aus: „In Mainleus grüßt man halt so“. Verbindungen zur Naziszene konnten dem Angeklagten bislang nicht nachgewiesen werden. Entsprechende Tendenzen sind aber sicherlich erkennbar.

 

 

 

 

 

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