Moderner Neubau für Flüchtlinge provoziert: Anwohner hetzen gegen „Luxus-Asyl“

ECKENTAL / BAYERN. Mit seinem Reihenhaus-Neubau „The Peoples Project“ in der mittelfränkischen Gemeinde Eckental (Kreis ERH) wollte der Immobilienentwickler Markus Gildner in seiner bayerischen Heimat ein Zeichen setzen. Gildners Idee: Flüchtlingsunterkünfte müssen keine heruntergekommenen Altimmobilien sein. Neubauten seien für den Steuerzahler sogar die günstigere Lösung. Doch die Bevökerung sieht das wohl anders.

2015-07-09 Eckenhaid - klein
Entwurfsplan: THE PEOPLES PROJECT GbR

„Erfolgreiche Integration fängt bei Unterbringung in menschenwürdigem Wohnraum an“, verteidigt Gildner sein Projekt. Dass auch für ihn als Unternehmer hier aber wohl seine Wirtschaftlichkeit im Raum steht, dürfte klar sein. Die Absicht, durch guten und modernen, aber trotzdem preisgünstigen Wohnraum entwurzelten Menschen eine behagliche Bleibe zu schaffen und ihnen damit die Integration zu erleichtern, gefiel auch den
zuständigen Politikern und Behörden.



Gildners Kalkül: Durch den Einsatz modernster Bautechnologie ist der Energieverbrauch niedrig (KfW 70-Standard), Baukosten und Bauzeit gering und das Gebäude auf dem freien Wohnungsmarkt auch dann noch nutzbar, nachdem die Flüchtlinge wieder ausgezogen sind.

Doch jetzt regt sich in der Eckentaler Bevölkerung angesichts der jüngst öffentlich gemachten Bauplanungen heftiger Widerstand. „Luxus-Asyl“ heißt es auf Facebook, berichtete auch die „Bild am Sonntag“ in ihrer Ausgabe vom 12.7.2015. „Diese Angriffe treffen mich völlig unerwartet. Das ganze Projekt ist von der Grundidee auf Harmonie und erfolgreiche Integration von Flüchtlingen ausgerichtet. Dass jetzt ausgerechnet dies für Unmut sorgt, ist eine herbe Enttäuschung,“beteuert Gildner.

Gildner plant bereits weitere Neubauprojekte für Flüchtlinge in ganz Bayern. Wo er weitere „Luxus-Unterkünfte“ plant, lies er zunächst offen. (red)

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