Filmreifer Ladendiebstahl

Archivbild: Reporter24

WEIDEN / OBERPFALZ. Am Dienstag, dem 05.05.2015, begaben sich gegen Mittag zwei junge Männer (26 und 27 Jahre) in einen Supermarkt an der Unteren Bauscherstraße. Während der 26-Jährige aus Tschetschenien stammt und angeblich in Weiden untergebracht ist, kommt der Ältere aus dem Mündungsgebiet des Don und ist in Amberg gemeldet. Ihr Ladendiebstahl und die damit verbundene Flucht klingt wild und filmreif.

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Die beiden Männer schlenderten durch die Regalreihen und steckten augenscheinlich gezielt Waren in mitgebrachte Taschen. Dabei fielen sie dem Personal auf. Als sie an der Kasse andere Waren bezahlten und mit vollen Taschen das Geschäft verlassen wollten, wurden sie von drei Beschäftigten angesprochen und ins Büro gebeten. Schon auf dem Weg dort hin äußerten die Beiden lautstark ihren Unmut. Plötzlich rissen sich die zwei Festgehaltenen los, schlugen um sich und stießen die Mitarbeiter des Kaufmarktes zur Seite. Daraufhin flüchteten sie mit ihrer Beute durch den Haupteingang in Richtung Moosbürger Straße.



Die besagten Beschäftigten des Supermarktes (18, 23 und 28 Jahre) nahmen die Verfolgung der Ladendiebe auf. Im Hofraum der Bundeskasse kam es zu einem heftigen „Kontakt“ zwischen Flüchtenden und Verfolgern. Die Diebe hatten die Tasche samt Beute in die Büsche geworfen und gingen sofort auf ihre Verfolger los. Der jüngere Dieb trat dem 28-Jährigen zunächst mit dem Fuß gegen den linken Oberschenkel und ließ einen Faustschlag gegen den Unterkiefer folgen. Nun hatte auch der 23-jährige Verfolger aufgeholt und wurde ähnlich empfangen. Während der Ältere der Diebe dem 28-Jährigen auf den Hinterkopf schlug, bekam der 23-Jährige einen Tritt gegen seine rechte Wade. Als er sich trotzdem den beiden Flüchtenden in den Weg stellen wollte, verpasste auch ihm der jüngere Dieb einen Kinnhaken. Dabei fiel dem 23-Jährigen ein Scanner aus der Tasche, den der Schläger aufhob und aus kurzer Entfernung gegen die Brust des 23-Jährigen schleuderte.



Diebe wehren sich mit Holzknüppeln

Polizeistern_Bayern_2013.svgDaraufhin konnten die beiden Ladendiebe ihre Flucht durch die Büsche hindurch auf das Nachbaranwesen fortsetzen. Die Flucht führte über die nahegelegenen Tennisplätze. Mittlerweile hatte sich auch ein Zollbeamter den nicht locker lassenden Verfolgern angeschlossen. Der Abstand verkürzte sich und den flüchtigen Ladendieben ging offensichtlich langsam die Puste aus.

Bei den Pferdekoppeln bewaffneten sich die Verfolgten mit Holzknüppeln und stellten sich mit Drohgebärden ihren Verfolgern. Nach ein paar kräftigen Atemzügen setzten sie ihren Weg fort. Nach einem kleinen Wäldchen kletterten sie über einen Zaun und flüchteten auf dem Firmengelände wieder stadteinwärts weiter. Der 27-jährige Ladendieb hatte mittlerweile seine Kondition aufgebraucht und versteckte sich hinter einem Zelt. Hier wurde er auch von einer Polizeistreife angetroffen und ließ sich widerstandslos festnehmen. Sein 10 Monate jüngerer Kumpane lief auf dem Firmengelände derweilen zur Moosbürger Straße zurück. Der angeblich in Weiden untergebrachte Russe zeigte wenig Ortskenntnis. Er flüchtete ausgerechnet über die Regensburger Straße stadtauswärts weiter. Am Kreisverkehr vor der Polizeiinspektion lief er einer mitfahndenden Polizeistreife praktisch vor die Motorhaube und wurde festgenommen.



Der 26-Jährige wurde als Haupttäter in einer Arrestzelle untergebracht, während sein Freund nach der Überprüfung seiner Personalien die Polizeiinspektion wieder verlassen konnte. Der Arretierte wurde am Mittwochnachmittag dem Haftrichter vorgeführt. Von diesem wurde der Haftbefehl bestätigt und gegen eine Meldeauflage außer Vollzug gesetzt.

Das Diebesgut war nach der Festnahme des zweiten Täters an den Supermarkt zurückgegeben worden. Dabei stellte sich heraus, dass es sich bei dem Diebesduo um wahre Gourmets handelte. Die Beute im Wert von 30 Euro bestand aus Räucherlachs, Forellen-, Makrelen-, Matjes- und Heringsfilets, Deutschem und Forellen-Kaviar, Gouda und Butterkäse, Cashew- und Walnusskernen und … einer Packung Blasenpflaster und 47 Plastikbechern. Welche Party hier geplant war, beibt offen. (red)