Orkan Niklas: Zug prallt gegen Baum

PEGNITZ, LKR BAYREUTH. Das Sturmtief Niklas zog am Dienstag wie angekündigt über Nordbayern hinweg. Neben zahlreich abgedeckten Dächern, umherfliegenden Gegenständen und umgestürzten Bäumen blockierten mehrere Äste und Bäume auch die Bahnstrecke zwischen Hof und Nürnberg. Einem Regionalexpress wurde das zum Verhängnis. Es kam zur Kollision.

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Exakt um 11:07 Uhr traf der Regionalexpress RE 5282 nahe der Weidelwanger Mühle auf den querliegenden Baum auf den Gleisen. Zunächst konnte der Zugführer nach Sichtkontakt mit dem Hindernis noch eine Notbremsung einleiten und den Führerstand verlassen. Er konnte dadurch schwere Verletzungen abwenden. Dennoch wurde er selbst und ein anwesender Zugbegleiter durch den Unfall leicht verletzt. Der zweiteilige Triebgelenkswagen der Bahn war im vorderen Bereich mit 17 Fahrgästen besetzt. Zum Glück kamen hier alle mit dem Schrecken davon. Im hinteren Bereich befanden sich run 130 Insassen, auch sie wurden nicht verletzt.

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Über Steckleitern der Feuerwehr Pegnitz konnten die Fahrgäste des vorderen Zugsteils nach hinten umsteigen. Anschließend wurden alle Insassen mit dem hinteren Triebwagen zurück zum Bahnhof nach Pegnitz transportiert. Die beiden verletzten Bahnbediensteten wurden unter Hilfe der Feuerwehr über einen 800 Meter langen Fußmarsch durch das Gleisbett zum bereitgestellten Rettungsdienst gebracht und in eine Klinik transportiert.  Der Zug wurde stark beschädigt und musste in einer aufwendigen Aktion geborgen und abgeschleppt werden. Die Maßnahmen erstreckten sich noch bis in die frühen Abendstunden. Auch das Wasserwirtschaftsamt war vor Ort, weil hier eine große Menge an Betriebsstoffen ins Gleisbett sickerten.



Zugverkehr komplett eingestellt

Nachdem auch bei Windischeschenbach ein Zug gegen einen Baum geprallt war, wurde der Zugverkehr gegen 12:30 Uhr komplett eingestellt. Die Strecke Pegnitz-Bayreuth war wegen dem “Zugunfall” bereits gesperrt. Aufgrund des Sturmtiefs „Niklas“ kam es im gesamte Bahnverkehr von Bayern zu massiven Einschränkungen. Reisende mussten mit erheblichen Verspätungen und Zugausfällen rechnen. Auch der Fernverkehr wurde eingestellt.

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Fahrgäste, die aufgrund von sturmbedingten Zugausfällen, Verspätungen oder Anschlussverlusten ihre Reise nicht wie geplant durchführen können, dürfen sich ihre Fahrkarte und Reservierung im DB Reisezentrum kostenlos erstatten lassen. Alternativ können Reisende den nächsten – auch höherwertigen – Zug nutzen. In diesem Fall wird bei zuggebundenen Angeboten, wie beispielsweise Sparpreis-Tickets, auch die Zugbindung aufgehoben. Ergänzend zu den freiwilligen Kulanzregelungen der DB können die betroffenen Fahrgäste auch die gesetzlichen Fahrgastrechte in Anspruch nehmen. (red)