Flüchtlingsarbeit geht weiter

BAYREUTH. Die Regierung von Oberfranken, die Caritas und das Bündnis „Bunt statt Braun“ koordinieren die weitere Zusammenarbeit in der Not-Erstaufnahme­einrichtung in Bayreuth.

In einem gemeinsamen Gespräch haben Vertreter der Regierung von Oberfranken, der Caritas und des Vereins Bunt statt Braun die weitere Zusammenarbeit in der Bayreuther Not-Erstaufnahmeeinrichtung koordiniert. Hierbei wurde insbesondere vereinbart, dass die Essensausgabe künftig vollumfänglich von der Regierung übernommen wird. „Die Essensausgabe ist eine staatliche Aufgabe. Die Verantwortung liegt damit allein bei der Regierung von Oberfranken, wodurch Bunt statt Braun entsprechend entlastet wird“, erklärte Stefan Krug, Leiter des zuständigen Bereichs „Sicherheit, Kommunales und Soziales“ bei der Bezirksregierung. Er bedankte sich gleichzeitig nochmals bei den vielen Ehrenamtlichen für die bisherige große Unterstützung.

Weiter kam man überein, dass „Bunt statt Braun“ eine Liste mit möglichen Dolmetschern erstellt und der Regierung übergibt. Soweit möglich sollen dann -auf freiwilliger Basis- verstärkt Dolmetscher zum Einsatz kommen, die für ihre Tätigkeit auch vergütet werden. Dadurch erhoffen sich alle Beteiligten insgesamt Verbesserungen im alltäglichen Betrieb. Darüber hinaus wurde über etliche weitere Ideen diskutiert, wie man die Abläufe optimieren könnte. Diese reichten von der Abwicklung des Transfers der Asylbewerber über Kindersicherheit bis zur Babyausstattung. Von allen Seiten wurde das positive Ergebnis des Gedankenaustausches hervorgehoben. Daher will man auch künftig in regelmäßigen Gesprächsrunden Probleme und Verbesserungsvorschläge erörtern.

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Derzeit (Stand 13.01.2015) leben in Oberfranken 3.926 Asylbewerberinnen und Asylbewerber. Von diesen sind 1.623 in den 25 Gemeinschaftsunterkünften und 2.303 in dezentralen Unterkünften der Landratsämter und kreisfreien Städte untergebracht. Darüber hinaus werden (Stand 10.01.2015) 154 unbegleitete minderjährige Asylbewerberinnen und Asylbewerber in 16 Einrichtungen der Jugendhilfe, verteilt über den ganzen Regierungsbezirk, betreut.

Mitte 2016 soll dann die Erstaufnahmeeinrichtung in Bayreuth  fertiggestellt sein. Die zentralen Lager in München und Zirndorf sollen dadurch stark entlastet werden. Im Stadtteil Herzogmühle soll ein Neubau mit mindestens 500 Plätzen entstehen, dazu auch eine Außenstelle des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Für die Stadt Bayreuth bedeutet das Investitionskosten in Höhe von rund 31 Millionen Euro. Diese Summe soll durch die der Stadt zufließenden Mieteinnahmen langfristig refinanziert werden. Der Bauantrag ist derzeit in Vorbereitung, ebenso die Ausschreibung des Generalunternehmers. Aktuell erscheint laut Stadt ein Baubeginn im Laufe des zweiten Quartals 2015 realistisch, die Bauzeit beträgt allerdings mindestens ein Jahr. (red)