Traumserie: EHC Bayreuth gewinnt 9:2

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BAYREUTH. Es ist der 15. Sieg im 15. Heimspiel. Die Tigers behalten ihre weiße Weste auf eigenem Eis und dominieren eine schwach spielende Mannschaft aus Weiden. Neben dem Spielfeld kam es leider wieder zu unschönen Szenen. 

 

Es war ein recht zurückhaltender Start in das kleine Derby, den die Bayreuther am Freitag an den Tag legten. Bereits in der 6. Minute lagen die Tigers durch einen eigentlich harmlosen Treffer von Marcel Waldowsky mit 0:1 zurück. Nicolas Sievers griff bei dabei lässig mit der Fanghand in die Luft, verfehlte jedoch sie Scheibe knapp, die dann im Tor landete. Doch Sorgenfalten hatte niemand im Gesicht.  Bayreuth war bemüht, den Ausgleichstreffer zu erzielen und erspielte sich gute Chancen. Im Abschluss kam jedoch auch bei Dauerbeschss auf das Weidener Tor noch nichts dabei herum. Auch die Gäste hatten gute Möglichkeiten, die Sievers dann aber gut parierte.

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Im Mitteldrittel sahen die 2.246 Zuschauer einen völlig ausgewechselten EHC. Wie von Sinnen schossen sich die Tigers auf wehrlose Weidener ein. Kapitän Potac machte in der 22. Minute den verdienten Ausgleich in Überzahl und leitete damit das Torfestival ein. Ihm folgten Marsall, Geigenmüller und gleich zweimal Ivan Kolozvary, der später auch zum Spieler des Tages gekürt wurde. Beim Stand von 5:1 waren die Gäste vom plötzlichen Torraum-Terror sichtlich geschockt. Sie hatten nahezu nichts mehr gegen die Heimstärke der Byreuther auszurichten. Ausgerechnet der Ex-Bayreuther Veit Holzmann schaffte dann in der 37. Minute nach einem Konter noch den Anschlusstreffer zum 5:2. Unbeeindruckt davon, schob Verteidiger Sebastian „Wolle“ Wolsch dann den Puck quasi mit dem Schlusspfiff ins Gästetor. Die Partie war entschieden und die Fans zelebrierten den Derbysieg.

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Im letzten Drittel wechselten die Gastgeber ihren Torwart aus. Sievers war angeschlagen und zog sich im Spiel eine Verletzung zu. Doch auch Julian Bädermann machte seine Arbeit gut und hielt den Kasten bis zum Ende sauber, trotz einiger Möglichkeiten der Gäste. Unmittelbar nach Wiederanpfiff zeigten die Tigers, dass sie noch immer hungrig waren. Auf Zuspiel von Potac und Geigenmüller traf Christopher Kasten zum hochverdienten 7:2. Ihm folgten nochmal Wolsch und Geigenmüller mit den Treffern zum 9:2 Endstand. Ein schmeichelhaftes Ergebnis, das noch höher hätte ausfallen können. Doch ein vergebener Penalty, ein überragender Gästetorwart und eine Spieldauer-Disziplinarstrafe gegen Christopher Kasten wegen eines Knie-Checks, verhinderten den zweistelligen Kantersieg.

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Randale nach dem Derby
Zu unschönen Szenen kam es neben dem Eis. Zunächst zündeten einige Fans im Gästeblock diverse Pyrotechnik, wodurch sich auch etwas Rauch im Stadion absetzte. Erst durch die Androhung der Polizei, den Block zu räumen, stellten die Gäste ihre Unsitte ein. Einige Anhänger der Blue Devils mussten dennoch durch Ordner beider Vereine aus dem Stadion geleitet werden. Sie hatten es geschafft, Bierbecher aufs Eis zu werfen. Ein Ordner erzählte gegenüber Reporter24, dass er entsetzt war von den Vorkommnissen und dass er schon fast mit der Räumung gerechnet habe. Es seien Zuschauer im Gästeblock gewesen, die er sonst noch nie gesehen habe. Mit den treuen Fans der Blue Devils hatten diese Krawallmacher wohl weniger zu tun.

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Auch nach dem Spiel lieferten sich einige dunkel gekleidete Anhänger, die teilweise vermummt waren, einen kurzen Fight mit der Polizei. Sie weigerten sich zunächst, ihre Busse zu betreten. Vielmehr verfolgten sie das Ziel, eine handvoll Heimfans zu verfolgen, die sich vor der Oberfrankenhalle aufhielten. Auch hier flogen Becher und Fäuste. Die Polizei reagierte entschlossen und setzte neben mehreren Diensthunden auch unmittelbaren körperlichen Zwang ein. Auch Schlagstöcke kamen zum Einsatz. Ein bereits am Boden liegender und zusammengekauerter Mann wurde von den den Füßen eines Beamten in den Rücken getreten. Die Polizei bestreitet den Vorfall. Diverse Zeugen, auch unbeteiligte, konnten dies jedoch bestätigen. Auch unser Fotograf stand unmittelbar daneben. Die Emotionen waren beidseitig hochgekocht und der Alkohol gab sein Übriges. Laut Polizei kam es insgesamt zu sechs kurzfristigen Festnahmen. Nach den jeweiligen Identitätsfeststellungen wurden die Betroffenen wieder entlassen und zu den Bussen gebracht. Auch bei diesen Vorkommnissen waren „Fans“ beteiligt, die mit den sonstigen Anhängern der Blue Devils nur wenig zu tun haben. (mr)

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Fotos: © Reporter24

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