Nur wenige Nazis zeigten sich in Bamberg

9BAMBERG. Für Samstag rief das fremdenfeindliche Bündnis „Bamberg wehrt sich“ zu einer Kundgebung gegen Asylmissbrauch auf. Rund 40 Anhänger der rechten Szene standen einer breiten Front von über eintausend toleranten Bürgern gegenüber. Für die Nazis gab es prominenten Zuspruch aus Berlin. Der NPD Landesvorsitzende gab sich die Ehre.

Deutlich in der Überzahl, lautstark und friedlich protestierten am Samstag rund eintausend Bürgerinnen und Bürger am Maxplatz gegen eine Versammlung der rechten Szene. Bamberg zeigte damit erneut eindrucksvoll Flagge gegen Ausländerfeindlichkeit und Fremdenhass. Eine Aktivistin der örtlichen rechten Szene hatte zu einer Versammlung in der Bamberger Innenstadt aufgerufen. Allerdings fanden sich dort nur etwa 40 Teilnehmer ein. Erneut hat sich gezeigt, wer wirklich hinter der Fassade von „Bamberg wehrt sich“ steckt. Es sind nicht die angeblich besorgten Bürger, die Angst vor Zuwanderung, Islamisierung und Asylmissbrauch haben. Bekannte Gesichter aus der regionalen und überregionalen Neonazi-Szene versammelten sich, um ihr braunes Gedankengut unter dem Deckmantel der angeblichen Bürgerangst zu verbreiten. Sebastian Schmidtke, NPD Landesvorsitzender in Berlin, war als Redner nach Bamberg eingeladen worden. Zusammen mit seinen Kameraden spielte er den besorgten Bürger.

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(Sebastian Schmidtke und einige seiner rechten Anhänger)

Weitaus mehr Zulauf erhielt der Protest der Bamberger Bürgerschaft. Unter dem Motto „Kein Mensch ist illegal – Bamberg wehrt sich gegen Nazis“ drückten die etwa eintausend Teilnehmer deutlich ihre Meinung aus. Verantwortliche von Stadt und Landkreis Bamberg, Kirchen und weiterer Institutionen beteiligten sich an dem Protest und zeigten dadurch eindrucksvoll, dass in Bamberg kein Platz für Fremdenhass und Ausländerfeindlichkeit ist. Um die 200 Einsatzkräfte der Polizei, mit Unterstützung der Bayerischen Bereitschaftspolizei und der Bundespolizei, hatten die Einsatzlage laut Polizeisprecher Jürgen Stadter jederzeit unter Kontrolle. Es sei zu keinerlei nennenswerten Zwischenfällen gekommen. (red)

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Fotos: Reporter24|Roider

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