Zwei schwere Zwischenfälle in Ankerzentrum

Archivbild/Symbolbild. (Erstaufnahmeeinrichtung in Bayreuth)

SCHWEINFURT. Am Montag und Dienstag kam es jeweils im Schweinfurter Ankerzentrum zu zwei Zwischenfällen, wo die Polizei anrücken musste. Es gab mehrere Festnahmen.




Im Zuge eines Streits kam es am Montagabend gegen 19.20 Uhr zu dem Messerangriff, bei dem ein 31-jähriger Flüchtling eine Schnittverletzung im Gesicht erlitt. Warum die Männer in Streit geraten sind, ist noch Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Es liegen jedoch Erkenntnisse vor, dass es bereits im Vorfeld der Tat im Bereich eines nahegelegenen Supermarktes zu einer handfesten Auseinandersetzung zwischen dem mutmaßlichen Messerangreifer und einem anderen Bewohner der Asylbewerberunterkunft gekommen war.

Der verletzte 31-Jährige wurde vom Rettungsdienst erstversorgt und zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Beamte der Polizeiinspektion Schweinfurt nahmen den Tatverdächtigen im Alter von 22 Jahren vorläufig fest und brachten ihn zur Dienststelle. Die weiteren Ermittlungen übernahm in der Folge die Kriminalpolizei Schweinfurt in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Schweinfurt.



Der Beschuldigte verbrachte die Nacht zum Dienstag in einem Haftraum, bevor er auf Anordnung der Staatsanwaltschaft dem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Schweinfurt vorgeführt wurde. Dieser ordnete die Untersuchungshaft wegen des dringenden Verdachts des versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung an. Nach der Eröffnung des Haftbefehls wurde der 22-Jährige in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert. Die Ermittlungen hinsichtlich des exakten Tatablaufs und zu den Hintergründen der Tat dauern unterdessen an.

Weiterer Zwischenfall am Dienstag 

Dem aktuellen Ermittlungsstand nach waren vier armenische Männer aus dem Raum Frankfurt mit ihrem Fahrzeug in Schweinfurt am dortigen Ankerzentrum vorgefahren und waren gegen 22.45 Uhr auf dem dortigen Parkplatz mit sechs Landsleuten in Streit geraten. Dabei soll auch ein Messer im Spiel gewesen sein. Zwei der im Ankerzentrum wohnhaften Flüchtlinge wurden leicht verletzt. Einer der aus Frankfurt angereisten Männer wurde wenig später von seinen Begleitern mit einer Stichverletzung in ein Schweinfurter Krankenhaus gebracht. Der 21 Jahre alte Mann wurde noch in der Nacht operiert, es besteht laut Auskunft der Ärzte jedoch keine Lebensgefahr.



Die Schweinfurter Polizei hat in der Nacht mit starken Kräften im Ankerzentrum erste Maßnahmen ergriffen und am Mittwochmorgen zunächst drei Tatverdächtige im Alter von 37, 40 und 41 Jahren festgenommen. Zudem wurden zahlreiche Räume eines dortigen Wohngebäudes durchsucht. Anschließend liefen zügig zahlreiche Vernehmungen und weitere kriminalpolizeiliche Maßnahmen.

Die Rekonstruktion des Tatablaufes gestaltete sich schwierig, unter anderem da die Geschädigten zum Tathergang unterschiedliche Angaben machten. Dennoch konnte die Kripo Schweinfurt im Laufe des Vormittags noch drei weitere Tatverdächtige im Alter von 34, 41 und 57 identifizieren und festnehmen. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen werden die sechs Tatverdächtigen wieder auf freien Fuß gesetzt.

Das Motiv sowie die Hintergründe der Tat sind derzeit noch unklar und Gegenstand der Ermittlungen, die von der Kripo Schweinfurt in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Schweinfurt geführt werden.







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