Pressekonferenz im Fall Peggy: Hausdurchsuchungen in Marktleuthen und Lichtenberg


MARKTLEUTHEN. In einem verschlafenen Ortsteil von Marktleuthen im Fichtelgebirge sowie in Lichtenberg war am Mittwochnachmittag die Soko Peggy im Einsatz: Hausdurchsuchung und Vernehmung eines Ehepaares. Im Fall des 2001 verschwundenen Mädchens war der jetzt 41-Jährige bereits früher in den Fokus der Ermittler gerückt.




Großeinsatz in Marktleuthen: Seit Mittwochmorgen sah man an der Straße mehrere Polizeiwagen, auch auch zivile Einsatzfahrzeuge. Die Marktleuthener wunderten sich, die Polizeipressestelle gab keine Auskunft, verschob eine Information auf den Donnerstag.

Nach Recherchen des Kuriers war dies eine bereits länger geplante Aktion der Sonderkommission, die sich um den rätselhaften Tod des 2001 in Lichtenberg verschwundenen Mädchens Peggy kümmert – und selten Informationen an die Öffentlichkeit gibt. Die Suche konzentrierte sich auf einen weit auseinandergezogenen Ortsteil. „Polizeiwagen fuhren den ganzen Tag hin und her“, sagen Anwohner, die noch in der Nacht aufgebracht sind.



Die Ermittler vernahmen ein Ehepaar, das in einem relativ abgelegenen Gebäude wohnt. Sie sollen getrennt vernommen worden sein. Auch die Gegend durchsuchten die Ermittler weitläufig, wie die Nachbarn bestätigten. Eine der kleinen Straßen der Gegend war abgesperrt, sodass kein Weiterkommen war. Was die Ermittler dort wollten, sagten sie auf Anfrage nicht. Auch die Pressestelle des Polizeipräsidiums Oberfranken schwieg.

Verdächtiger war mit Ulvi K. befreundet

Bei dem Mann, der als Bestatter arbeitet und Familienvater ist, handelt es sich um den zur Zeit von Peggys Verschwinden 24-jährigen, der damals im Kreis der Verdächtigen war, der auch schon öfter im Laufe der jahrzehntelangen Ermittlungen vernommen worden war. Er war auch mit Ulvi K. befreundet, dem ehemals für die Tat verurteilten, aber später freigesprochenen Mann, der jetzt in einem Heim lebt. Mit ihm unternahm der jetzt Verhörte immer wieder etwas.




Auch Ulvi K. beschuldigte ihn während der Ermittlungen, etwas mit dem Verschwinden von Peggy zu tun zu haben. Tatsächlich konnte er kein einwandfreies Alibi vorweisen, denn er hatte am Tag des Verschwindens Urlaub. Die Polizei hatte schon damals sein Anwesen untersucht. Angegeben hatte er nach dem Verschwinden des Mädchens, er habe Ulvi gegen 13 Uhr am Montag, 7. Mai 2001, in Lichtenberg vom Schlossplatz herunterkommen gesehen. Er habe einen Blaumann getragen. Eine Aussage, die allerdings immer wieder angezweifelt wurde.

Polizei hat Spuren gesichert

Nach dem Fund der sterblichen Überreste der im Mai 2001 spurlos verschwundenen Peggy K. Anfang Juli 2016 schlossen sich laut Polizeiangaben „aufwendige Spurensicherungsmaßnahmen am Fundort bei Rodacherbrunn“ an. Hierbei sicherten die Spezialisten auch umfangreiches Spurenmaterial, das im weiteren Verlauf mit unterschiedlichen Zielrichtungen untersucht wurde. Die Ergebnisse dieser wissenschaftlichen Untersuchungen haben die Ermittler in den vergangenen Monaten bewertet und mit bereits bestehenden Erkenntnissen aus den vorliegenden Ermittlungsakten abgeglichen.




Hieraus ergaben sich Verdachtsmomente gegen den Mann. Diese konnten durch weitere Ermittlungsschritte untermauert werden, so dass auf Antrag der Staatsanwaltschaft Bayreuth Durchsuchungsbeschlüsse für mehrere Objekte erlassen wurden. Im Zusammenhang mit den Durchsuchungen wurde der Beschuldigte vernommen und im Anschluss entlassen. Zum Inhalt der Aussage können wegen der andauernden Ermittlungen keine Angaben gemacht werden.

Ulvi K. hatte den Verdächtigen bei Vernehmungen beschuldigt

Der jetzt erneut Verhörte hatte in der ersten Zeit der Ermittlung oft mit der Polizei gesprochen, bis er eines Tages 2002 eine Vernehmung abbrach und sagte, er wolle nicht mehr mit den Ermittlern kooperieren. Er sagte, er habe schon genug mitgemacht. Ulvi K. sagte in einer seiner vielen Vernehmungen, dass der jetzt Vernommene Peggy am Tag ihres Verschwindens gesehen habe. Ulvi hatte ihn mehrfach beschuldigt, die Leiche weggeschafft oder das Kind gar getötet zu haben.




Hausdurchsuchung auch in Lichtenberg

Fünf Busse und mehrere Zivilfahrzeuge waren auch in Lichtenberg im Einsatz. Dort haben sie nach Informationen des Kuriers das Elternhaus des Mannes durchsucht. Auch die ehemalige Werkstatt in dem Haus. Auch dort sagten die Ermittler nichts. „Hoffentlich kommt jetzt Ruhe in den Fall“, sagten am Abend nach der Durchsuchung Lichtenberger in der Kneipe, die Ulvis K.s Vater betreibt. Gegen 18 Uhr war die Durchsuchung, die am frühen Nachmittag begann, in Lichtenberg beendet.







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