Trebgast: Polizeitaucher finden vermisste Studentin

Foto: Markus Roider

TREBGAST, LKR KULMBACH. Seit Mittwoch wurde am Trebgaster Badesee nach einer vermissten Schwimmerin gesucht. Die 22-jährige Studentin ist vor den Augen ihrer Freundinnen in den See gestiegen und war seitdem verschwunden. Ein Großaufgebot an Rettungskräften aus Mittel – und Oberfranken suchte seit Mittwochnachmittag nach ihr. Auch die nächtliche Suche mittels Sonarboot blieb zunächst erfolglos. Am Donnerstag fanden Polizeitaucher dann eine weibliche Wasserleiche. 





Bei der gestern Nachmittag von Tauchern der Bayerischen Bereitschaftspolizei geborgenen Frauenleiche handelt es sich um die vermisste Schwimmerin. Das hat der Polizeipräsidium Oberfranken nun auch offiziell bestätigt. Die Kriminalpolizei Bayreuth hat die Ermittlungen zu den Todesumständen aufgenommen. Auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft Bayreuth wird eine Obduktion durchgeführt.




Am Trebgaster Badesee wurde seit gestern gegen 13.30 Uhr eine Schwimmerin vermisst. Dabei handelt es sich um eine 22-jährige Studentin aus Bayreuth. Sie war mit ihren Freundinnen am Ufer gelegen, als sie am frühen Nachmittag dann alleine in das Wasser stieg. Wie ein Polizeisprecher bestätigte, soll die junge Frau eine Art „Schwimmanzug“, ähnlich eines dünnen Neoprenanzugs getragen haben.

Ihre persönlichen Sachen lagen noch am Uferrand, als die Freundinnen der Studentin misstrauisch wurden. Zunächst suchten die zwei Frauen selbst den Nahbereich ab. Als die 22-Jährige nach über einer Stunde immer noch nicht an ihren Platz zurückgekehrt war, wendeten sich die besorgten Frauen schließlich an den Rettungsdienst. Unmittelbar danach wurde gegen 15.30 Uhr der Großalarm ausgelöst.

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Leichenfund am Donnerstag

Alle Hoffnungen, die junge Frau könnte noch schwimmend im Wasser sein oder sich wohlbehalten an einem anderen Platz am See aufhalten, zerschlugen sich relativ schnell. Die auf der Liegewiese befindlichen persönlichen Gegenstände wurden von der Polizei sichergestellt. Der Verdacht, dass der Frau etwas zugestoßen sein könnte, erhärtete sich. Mit jeder Minute, die verging, wuchs die Sorge, die Studentin könnte ertrunken sein.



Nach der nächtlichen Suche, haben am Donnerstag Polizeitaucher der Bayerischen Bereitschaftspolizei ihre Arbeit aufgenommen. Sie fanden eine weibliche Leiche in dem See. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich dabei um die vermisste 22-Jährige. Das hat am Nachmittag auch das Rote Kreuz in Kulmbach bestätigt. Laut deren Facebookposting sei die Studentin tot aufgefunden worden.

Polizeisprecherin Anne Höfer im Gespräch mit Reporter24: „Es wurde eine Frauenleiche aus dem Wasser gezogen“. Gegen 16 Uhr hätten die Taucher eine weibliche Person im hinteren Bereich des Gewässers, in größerer Entfernung zum Ufer, feststellen und bergen können .Nun ermittelt die Bayreuther Kripo. Eine offizielle Identifizierung stehe noch aus, aber es gilt als relativ sicher, dass es sich um die Bayreuther Studentin handelt.




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Die Rettungskräfte waren mit einem großen Aufgebot vor Ort. Wasserwacht, DLRG, Polizei, Rettungsdienst, THW und Feuerwehr haben ihre Kräfte am See zusammengezogen, suchten nach der vermissten Schwimmerin und bereiteten sich auf alle Eventualitäten vor. Dabei kamen die Wasserretter nicht nur aus dem Landkreis Kulmbach. Auch aus Lichtenfels, Burgkunstadt, Feucht, Hersbruck, Röthenbach an der Pegnitz und Lauf rückten die Helfer an. Polizeikräfte kontrollierten zwar auch die Wohnung der 22-Jährigen, doch wie erwartet konnte sie auch dort nicht aufgefunden werden.



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Polizeihubschrauber im Einsatz

Rund 50 Rettungstaucher befanden sich bereits im See und suchten die Vermisste. Das Gewässer wurde gesperrt, Besucher per Lautsprecher aufgefordert, sich ans Ufer zu begeben. Die Einsatzkräfte haben auch mehrere Gegenstände im Wasser gefunden, die aber nicht der gesuchten Frau zugeordnet werden konnten, heißt es. Auch ein Hubschrauber der Polizei suchte den See ab.

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Wasserortungshund eingesetzt

Über die Einsatzleitung wurde die Wasserfläche in Suchquadrate eingeteilt. Als gegen 18 Uhr immer noch keine Spur von der Vermissten entdeckt worden war, forderte die Einsatzleitung einen Hundeführer der Wasserwacht aus Tirschenreuth an. Er hat einen sogenannten Wasserortungshund. Das Tier ist ausgebildet, von einem Boot aus dicht an der Wasseroberfläche zu schnüffeln und kann menschlichen Geruch wahrnehmen, auch wenn der Körper sich unter Wasser befindet. Ein ausgebildeter Wasserortungshund kann vom Boot aus Personen bis zu 50 Meter und mehr unter Wasser orten und dem Hundeführer anzeigen, wo der menschliche Geruch an die Oberfläche steigt. Doch auch dieser Versuch war nicht von Erfolg gekrönt.




Foto: Markus Roider

Sonarboot und Lichtmasten

Gegen 19.30 Uhr beschlossen die Einsatzkräfte, auch bei Einbruch der Dunkelheit nicht aufzugeben. Ein Fachberater des THW kam an den See und koordinierte den Aufbau der Technik. Das THW hat zusammen mit der Feuerwehr den See ausgeleuchtet. Zuvor hatten die Malteser bereits Stromaggregate aufgestellt. Später wurden dann auch die Liegewiesen geräumt und das Strandbad für die Öffentlichkeit gesperrt. „Es muss aktuell davon ausgegangen werden, dass der Badebetrieb am Donnerstag nicht wie gewohnt aufgenommen werden kann“, sagte ein Sprecher am Mittwochabend. Die nächtliche Suche wurde erst nach Mitternacht abgebrochen und soll am Donnerstag weiter fortgesetzt werden.




Strandbad wurde geschlossen

„Das Zusammenwirken der unterschiedlichen Einsatzorganisationen läuft vorbildlich“, sagt Polizeisprecher Martin Prechtl. „Alle Einsatzkräfte gehen äußerst engagiert und motiviert zu Werke.“ Allerdings musste der Badebetrieb am Donnerstag auch noch eingestellt werden.

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Dass sich die Einsatzkräfte nicht mehr mit einer Rettung, sondern einer Bergung auseinandersetzten, zeigte die veränderte Einsatzlage. Während Wasserwacht und DLRG in der Nacht abgerückt sind, trafen am Morgen die Taucher der Bereitschaftspolizei ein. Auch das Sonarboot war wieder im Einsatz. Zentimeter für Zentimeter wurde der See abgefahren. Bis zum frühen Nachmittag allerdings ohne Ergebnis. Einige Stunden später wurde dann der bereits angesprochene Leichenfund bestätigt.







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