Super-Sommer füllt die oberfränkischen Freibäder

Symbolfoto

Von Sabine Emich und Vanessa Lutz

BAYREUTH/KULMBACH. „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?“, haben sich die Kommunen im Landkreis Kulmbach und Bayreuth mit Blick auf die Besucherzahlen der Freibäder und Badeseen in den vergangenen Jahren zu Recht gefragt. Die Antwort haben sie heuer bekommen. Der Supersommer bringt die Menschen ins Schwitzen wie zuletzt der Jahrhundertsommer im Jahr 2003. Mancherorts ist bereits jetzt, Mitte August, abzusehen, dass es einen Besucherrekord geben könnte.





Kulmbach: Auf Rekordkurs ist zum Beispiel das Kulmbacher Freibad. Dort zählte man nach Worten von Stadtwerke-Chef Stephan Pröschold im Jahrhundertsommer mehr als 120 000 Badegäste. Diese Rekordmarke könnte heuer fallen, zumal nach dem kurzen regnerischen Intermezzo in dieser Woche mittelfristig weiterhin schönes Wetter prognostiziert ist. „Wir sind sehr zufrieden, die Saison läuft bisher ausgezeichnet“, sagt der Leiter der Stadtwerke. War das Bad schon den ganzen Sommer über gut besucht, haben die Ferien dies noch einmal getoppt. „Auch unter der Woche sind jetzt sehr viele Kinder und Jugendliche im Freibad, und auch viele Leute, die Urlaub haben. An den Wochenenden kommen Familien, da wird es noch ein bisschen voller.“ Der große Vorteil, den das Kulmbacher Bad nach Worten Stephan Pröscholds bietet: „Es hat ausgedehnte Liegeflächen, so dass man auch zu Stoßzeiten nicht so nahe beieinanderliegt.“ Trotz des Besucherandrangs in den vergangenen Wochen waren zu jeder Tageszeit problemlos Schattenplätze zu bekommen.



Wirsberg: Ebenso wie in Kulmbach ist auch im Wirsberger Sommerbad bisher kein ernsthafter Unfall geschehen. Die Bademeister sprechen von einem „super Saisonverlauf“. Das stärkste Besucheraufkommen verzeichnet man in Wirsberg nach Auskunft von Norbert Specht von der Verwaltung bisher in der ersten Woche der Sommerferien. Anfang August hatten das Sommerbad bereits 50 Prozent mehr Gäste besucht als in der gesamten vergangenen Saison. „Ob die bisherigen Rekordzahlen von knapp 45 000 Besuchern erreicht werden können, hängt von der weiteren Witterung ab“, stellt Norbert Specht fest. Als besondere Magneten erweisen sich seinen Worten zufolge weiterhin die Riesenwasserrutsche und der Familiendonnerstag, an dem es jede Woche freien Eintritt für Kinder und Jugendliche gibt. Auffallend seien in diesem Jahr die hohen Verkaufszahlen bei den Zehnerkarten. Gut würden auch die DLRG-Schwimmkurse angenommen.



Thurnau: „Die Frühschwimmer werden immer mehr. Es gibt viele, die kommen jeden Tag“, so Thurnaus Bürgermeister Martin Bernreuther. Gleichzeitig beobachtet er die Tendenz, nach Feierabend noch schwimmen zu gehen. In diesem Sommer werde es abends im Thurnauer Bad oft richtig voll. Der Supersommer hat laut dem Bürgermeister dazu geführt, dass das Bad höhere Besucherzahlen als mindestens in den vergangenen zehn Jahren verzeichne. Heuer seien auch, anders als in anderen Sommern, sehr viele Dauerkarten verkauft worden. Thurnau bietet den Badegästen im Internet einen besonderen Service. Für das Bad, das noch bis Ferienende geöffnet ist, wird stetig aktualisiert die jeweilige Wassertemperatur und die tägliche Öffnungszeit angegeben. Abrufbar sind diese Daten auf der Homepage sowie der Facebookseite der Marktgemeinde. „Und nach einer etwas zögerlichen Anfangsphase wird dieses Angebot gut angenommen“, stellt Marin Bernreuther fest.



Himmelkron: Ähnlich kann es auch das Freibad Himmelkron verzeichnen. Bademeister Jens Allstädt sagt, im Juli 2018 seien fast doppelt so viele Badegäste hiergewesen als im Juli 2017. Dies liege an den optimalen Wetterverhältnissen. Er zieht den Vergleich zum Hitzejahr 2015 und sagt, dass in diesem Juli die Zahlen ungefähr dieselben waren wie vor drei Jahren. Genaue Zahlen könne auch er nicht angeben, da eine Zwischenbilanz in diesem Bad erst zum Jahresende vorgenommen werde.



Marktschorgast: Regen Zulauf verzeichnet auch die höchstgelegene „Badeanstalt“ des Landkreises Kulmbach, der Marktschorgaster Goldbergsee. Auch wenn der Anfang im Mai wegen des damaligen kühlen Wetters noch etwas schleppend gewesen sei, spricht Bürgermeister Hans Tischhöfer von einer Supersaison: „Besonders seit Ferienbeginn ist der Goldbergsee quasi ausgebucht. Teilweise hatten wir bis zu 800 Besucher am Tag.“ Der große Vorteil sei, dass sich direkt neben dem Badesee der Jugendzeltplatz mit 200 Plätzen befindet. „Der ist an den Wochenenden immer voll belegt. Und diese Gäste wollen alle in den See.“ Auch der Marktschorgaster Bürgermeister glaubt nicht, dass der See den Besucherrekord aus dem Jahr 2003 knacken kann. „Dafür war es Anfang der Saison zu kühl. Ein früherer Bademeister hat mal gesagt. Der Goldbergsee braucht blauen Himmel und 30 Grad. Dann kommen die Leute.“



Bischofsgrün: Das beheizte Freibad liegt im Süden des Ortes auf etwa 700 Metern Höhe. Nach Auskunft des Kassierers vom Freibad Bischofsgrün seien im Schnitt bei schönem Wetter 350 bis 400 Gäste pro Tag zu begrüßen. Deutlich mehr als im letzten Jahr – dies sei insbesondere der guten Wetterlage geschuldet. Doch eine genaue Zwischenbilanz könne man noch nicht ziehen.

Immenreuth: Hier liegen bereits jetzt beeindruckende Zahlen vor: So kann das Naturerlebnisbad im Kemnather Land bisher 28 000 Gäste verzeichnen. Laut Bademeister Kai Wolf bestünde sogar die Hoffnung, möglicherweise den Hitzerekord von 2015 mit 35 000 Besuchern zu knacken. Dennoch könne man aber schon jetzt eine Besuchersteigerung erkennen, da im letzten Jahr 22 000 Menschen das Bad aufsuchten.




Hollfeld: Gerd Mache, Bademeister im Hollfelder Familienbad, kann aufgrund der ebenso nur jährlich erhobenen Zwischenbilanz keine genauen Zahlen nennen, doch sagt er, es seien heuer „auf jeden Fall“ mehr Gäste zu verzeichnen als im letzten Jahr. Laut ihm seien in diesem Jahr sogar mehr Besucher hier als 2015.

Pottenstein: Im Felsenbad Pottenstein ist auch Pächterin Brigitte Arnold „sehr zufrieden“. Sie spricht vom „besten Jahr“. Laut ihr haben heuer sogar mehr Besucher das Freibad aufgesucht als im Jahr 2015. Genaue Zahlen habe aber auch sie nicht.







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