Buttersäure-Anschlag auf Afd-Parteitag in Nürnberg

Archivfoto: Reporter24|Eberlein

NÜRNBERG. Im Rahmen des Landesparteitages der AfD in der Nürnberger Meistersingerhalle, kam es heute zu zahlreichen Gegendemonstrationen, die laut Polizeiangaben weitgehend friedlich verliefen. Für Aufregung sorgte dann aber ein Anschlagsversuch.




Gegen 09:30 Uhr startete ein Aufzug vom Nelson-Mandela-Platz über die Scharrerstraße zur Meistersingerhalle. Bereits zuvor hatten sich mehrere Personen in der Weddigenstraße durch Musikdarbietungen und Zeigen von Transparenten bemerkbar gemacht. An der Ecke Hainstraße/Wodanstraße versammelten sich ebenfalls zahlreiche Personen. Sie alle protestierten gegen den Landesparteitag der AfD in der Nürnberger Meistersingerhalle.



Die Einsatzleitung der PI Nürnberg-Ost hatte für diesen Tag zahlreiche Kräfte der Nürnberger Polizei und der Bereitschaftspolizei im Einsatz. Obwohl in Einzelfällen Versammlungsteilnehmer durch Einsatz unmittelbaren Zwanges in den zugewiesenen Veranstaltungsraum zurückgeschoben werden mussten, gab es im Großen und Ganzen keine Probleme. Lediglich an einem Brunnen der Bundesagentur für Arbeit in der Regensburger Straße kam es zu einer kurzfristigen Auseinandersetzung zwischen Aufzugteilnehmern und der Polizei. Die Hintergründe sind derzeit noch nicht geklärt, sagte ein Sprecher der Polizei.

Gegen 12:30 Uhr sammelten sich die meisten Demonstrationsteilnehmer wieder und zogen über die Scharrerstraße und Zerzabelshof zum Aufseßplatz. In der Summe trafen sich dort rund 600 Personen zur Abschlusskundgebung. Diese sei „komplikationslos“ verlaufen.

Buttersäure-Anschlag

Für kurzfristige Aufregung sorgte der Auftritt einer 22-Jährigen aus Fürth. Aus noch ungeklärten Gründen gelang sie in die Meistersingerhalle und verspritzte aus einer mitgebrachten Flasche eine „gelbe, übel riechende Flüssigkeit“ unter den Parteitagsteilnehmern. Das berichtet die Polizei. Auf linksorientierten Plattformen im Internet war schnell von Buttersäure die Rede. Auch Rafael Hauptmann, AfD Landtagskandidat für Schwaben, hatte das bestätigt.




Er schreibt via Facebook, dass sich die 22-Jährige „Linksfaschistin“ als Journalistin getarnt hätte, um Zugang zu erhalten. Der Ordnungsdienst verständigte umgehend die Polizei. Zwischenzeitlich gelang der Frau allerdings die Flucht. Im Rahmen sofort eingeleiteter Fahndungsmaßnahmen nahmen Polizeibeamte die Tatverdächtige in der Regensburger Straße fest.

Die Sachbearbeitung übernahm das Fachkommissariat der Kripo Nürnberg. Die Beschuldigte wird wegen des Verdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung und des Hausfriedensbruches angezeigt. Ob durch das Verspritzen der Flüssigkeit eine Person verletzt wurde, ist derzeit noch unklar und deshalb noch Gegenstand der Ermittlungen.







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