Vogtland: Erdbebenwelle wird stärker

Grafik: Screenshot Erdbebendienst Bayern

VOGTLAND. Erstmals seit dem Ausbruch des Erdbebenschwarms letzte Woche im Vogtland, konnte nun ein Beben über der Marke 4,0 verzeichnet werden, wie erdbebennews.de vermeldete. In der Nacht zum Montag gab es zwei relativ kräftige Erdbeben. 




Das erste Mal erzitterte die Erde gegen 2:43 Uhr, das zweite Mal um 03:54 Uhr. Beide Beben erreichten zunächst laut erdbebennews.de einen Wert von Magnitude 4,0. Später korrigierte das Deutsche GeoForschungsZentrum (GFZ) den Wert auf 3,8 herunter, was in Bezug auf den aktuellen Schwarm noch immer der Höchststand ist. Allerdings hatten auch die Tschechischen Behörden zwischenzeitlich Magnitude 4 angegeben.

„Bereits zuvor war die Nacht relativ unruhig mit einem ~M3-Beben um 01:36 Uhr“, sagte . Hinzu kommen viele weitere Erdbeben beidseits der Wahrnehmbarkeitsschwelle und ein viertes/fünftes M3-Erdbeben um 05:42 Uhr. Die beiden „Hauptbeben“, so bezeichnen wir sie einfach mal, obwohl es laut erdbebennews.de bei einem Schwarm definitionsgemäß keine Hauptbeben gibt, waren am Epizentrum stark zu spüren und haben auch darüber hinaus im Vogtland, Erzgebirge und Fichtelgebirge zahlreiche Menschen aus dem Schlaf gerissen.

Rund 100 Zeugenmeldungen habe das Portal für beide Ereignisse zusammen erhalten. Die verwertbaren, ergänzt mit Facebook-Meldungen, sind in der Karte als rote Markierungen eingetragen. Blau markiert ist das Epizentrum. Die Zahlen in den roten Markierungen stellen die Intensitätsangabe des jeweiligen Zeugen dar (subjektive Einschätzung). Hinzu kommen (weiß) die Zeugenmeldungen aus Tschechien des EMSC. (erdbebennews.de)



Deutlich zu sehen ist eine Ausdehnung des Schüttergebietes in Südwest-Nordost-Richtung. Besonders nach Sachsen hinein waren Erschütterungen und Geräusche weit wahrnehmbar, wie man es auch von früheren Beben kennt. Deutlich kleiner ist die Ausdehnung nach Nordwesten. Aus Plauen habe das Portal zum Beispiel keine einzige Meldung erhalten. Auch Zwickau, Chemnitz und Hof scheinen vom Erdbeben nicht oder nur kaum betroffen gewesen zu sein. Erklärt werden könne dies durch die geologischen, bzw. geophysikalischen Eigenschaften des Bebens und des umliegenden Gesteins, meint Jens Skapski von erdbebennews.de.




„Es ergibt sich ein maximaler Schütterradius von 75 Kilometern nach Nordosten, was bei Beben dieser Stärke (3,8) einen normalen Wert darstellt“, so Skapski weiter. Beachtet werden müsse, dass das Schüttergebiet zu anderen Tageszeiten (abends) vermutlich größer wäre, „da in den Randgebieten mitten in der Nacht nur sehr wenige durch die schwachen Erschütterungen aus dem Schlaf gerissen werden, bzw. auch nur wenige wache Personen diese deutlich spüren“.

Der Erdbebenschwarm hat damit in der vergangenen Nacht den vorläufigen Höhepunkt erreicht und nähert sich damit in seiner Intensität dem Schwarm von 2011 an. Ob und wie sich diese Steigerung möglicherweise fortsetzt, lässt sich nicht vorhersagen. Aber es erscheint laut Jens Skapski wahrscheinlich, dass dies nicht die letzte Erdbebennacht im Vogtland für diese Woche gewesen ist.

 







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