Seit 2013 vermisst: Polizei durchsucht Anwesen in Fischbach

polizei logo
Symbolfoto




Seit 14.11.2013 wird die damals 49-jährige Heidi D. vermisst. Ihr Lebensgefährte, ein heute 53-jähriger Mann, erstattete damals Vermisstenanzeige. Seinen Angaben nach sei Heidi D. am frühen Morgen des 14.11.2013 zum Laufen gegangen und seitdem nicht mehr zurückgekehrt. Die Nürnberger Polizei ermittelte von Anfang an in alle Richtungen, da nicht auszuschließen war, dass Heidi D. entweder einem Unglücksfall oder einem Verbrechen zum Opfer gefallen sein könnte. Aufwändige und personalintensive Suchaktionen sowie offensive Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (u.a. bei der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY …ungelöst“) blieben bisher ohne Erfolg.

Vor wenigen Wochen nun erhärtete sich der Verdacht, dass der Lebensgefährte möglicherweise mit dem Verschwinden seiner Freundin zu tun hat. Die akribischen Ermittlungen der Nürnberger Mordkommission führten dazu, dass in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth ein Ermittlungsrichter einen Durchsuchungsbeschluss für das Anwesen in Nürnberg-Fischbach erließ.

Bereits am frühen Montagmorgen vollzogen Beamte der Nürnberger Polizei, der Mordkommission, Kräfte der Bayerischen Bereitschaftspolizei, mehrere Diensthundeführer sowie Spezialisten des Bayerischen Landeskriminalamtes aus München diesen Beschluss. Gegen 6 Uhr rückte das Großkommando an. Zudem kamen sog. „Archäologie-Hunde“ zum Einsatz. Während Leichenspürhunde der Polizei auf Leichengeruch spezialisiert sind, besitzen diese Hunde die Fähigkeit, menschliche Knochen aufzuspüren.



Spezialtechnik im Einsatz

Unterstützung bekam die Polizei zudem von der Technischen Universität München. Die Fachleute vom Lehrstuhl für zerstörungsfreie Prüfung verwendeten Spezialgeräte, die es erlaubten, sowohl Veränderungen des Erdreichs als auch der Wände und Betonböden mittels Spezialradar zu orten. Mehrfach schlugen die eingesetzten Polizeihunde an. Auch die „Archäologie-Hunde“ zeigten durch Absitzen an den gleichen Örtlichkeiten an.

Im Anschluss daran wurden die Mitarbeiter der TU München aktiv. Biologen des Bayerischen Landeskriminalamtes untersuchten verdächtige Räume und Gegenstände mit Luminol. Luminol ist bei Dunkelheit in der Lage, unter Emission von bläulichem Licht geringste Blutmengen nachzuweisen.



Brunnenschlamm untersucht

Eine Vielzahl Polizeibeamter durchsuchte in professioneller Art und Weise drei Tage lang das rund 650 Quadratmeter große Grundstück einschließlich des zweistöckigen Wohngebäudes, einer Garage, mehrerer Gartenlauben und eines Lattenverschlages sowie den Inhalt eines Brunnens. Aus diesem wurde nach Abpumpen des Wassers Schlamm zunächst in Augenschein genommen, anschließend wurden Proben gesichert und zur weiteren Untersuchung den Kollegen des Bayerischen Landeskriminalamtes übergeben.

Um diese Durchsuchungsmaßnahme genauestens durchführen zu können, war es erforderlich, etlichen Unrat und Brennholz wegzuräumen und auf Lkw zwischenzulagern. Diese Arbeiten führten Beamte der Bayerischen Bereitschaftspolizei aus.




Am Ende des dreitägigen Einsatzes ergaben sich keine Hinweise auf den Aufenthaltsort der vermissten Heidi D. Gegen den unter Tatverdacht eines Tötungsdeliktes stehenden 53-jährigen Lebensgefährten wird gleichwohl weiterhin ermittelt. Die Nürnberger Mordkommission ist nach wie vor auf die Unterstützung der Bevölkerung angewiesen. Sie bittet daher erneut Zeugen, die Angaben zum Verschwinden oder zum Aufenthaltsort der vermissten Heidi D. machen können, sich beim Kriminaldauerdienst Mittelfranken unter der Telefonnummer 0911 2112-3333 zu melden.







Ersten Kommentar schreiben

Antworten