Freizeitcenter abgebrannt: Polizei sucht nach Brandstifter

Das Freizeitzentrum einen Tag nach dem Feuer. Foto: Melitta Burger/Archiv

KULMBACH. Nach wochenlanger Auswertung der Spuren steht jetzt fest: Das Feuer, das beim Freizeitzentrum am Goldenen Feld in Kulmbach Millionenschaden anrichtete, war absichtlich gelegt.




Spekulationen über die Ursache gab es bereits unmittelbar nach dem Brand des Freizeit-Centers am Goldenen Feld in der Nacht zum 23. April. Nahrung fanden die Gerüchte, als die Polizei zu ungewöhnlichen Sicherungsmaßnahmen griff. Der Brandort wurde mit einem Zaun abgeriegelt und rund um die Uhr von der Polizei überwacht, bis die Brandfahnder alle Spuren gesichert hatten.

Ebenfalls nicht alltäglich: In die Untersuchungen wurden auch Spezialisten des Landeskriminalamts eingebunden.



Hinweise auf Brandstiftung

Jetzt steht es fest: Ein Brandstifter war verantwortlich für das Feuer, das stundenlang Hunderte von Feuerwehrleuten in Atem gehalten und Sachschaden in Höhe von rund drei Millionen Euro verursacht hatte. Die Kripo bittet nun die Bevölkerung um Mithilfe.

„Nach dem Feuer in dem Freizeitcenter in der Nacht zum 23. April in Kulmbach haben sich Hinweise auf Brandstiftung verdichtet“, teilt die Polizei jetzt mit. Wie das Gebäude in Brand gesteckt wurde, darüber schweigt die Kripo aus ermittlungstaktischen Gründen. Aus dem Umfeld der Einsatzkräfte war allerdings bereits am Tag nach dem Feuer zu hören gewesen, dass der Verdacht entstanden sei, es könnten Brandbeschleuniger im Spiel gewesen sein.

Es war am frühen Morgen des Montags, 23. April, als das Feuer entdeckt wurde. Ein Autofahrer hatte gegen 3.30 Uhr bemerkt, dass dichter Rauch aus dem Gebäude drang und sofort die Feuerwehr alarmiert.




Als die ersten Einsatzkräfte eintrafen, zeichnete sich schnell ab, dass wohl nicht viel von der Anlage zu retten sein würde. Das Feuer hatte zu dieser Zeit in der mit Blech verkleideten Halle, in der neben einem Bowlingcenter auch ein Kinderland und ein Restaurant und eine Billard-Lounge untergebracht waren, bereits fast die komplette Inneneinrichtung erfasst.

Die Löscharbeiten gestalteten sich aus ausgesprochen schwierig. Bis zu 270 Einsatzkräfte der Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks, des Rettungsdienstes und der Polizei waren stundenlang im Einsatz. Ins Gebäude konnten die Löschtrupps wegen der immensen Hitze nicht eindringen. Von außen verschloss das Metalldach der Halle den Zugang zum Brand. Erst mit Hilfe von einem Bagger und selbst einer Abrissbirne gelang es schließlich, Löcher ins Dach zu schlagen und die Flammen im Inneren zu bekämpfen. Doch selbst dann hatte es noch lange Zeit gedauert, bis auch die letzten Brandnester gelöscht waren.

Kriminalbeamte aus Bayreuth übernahmen noch während der Löscharbeiten die Ermittlungen, nachdem Polizeibeamte aus Kulmbach die ersten Maßnahmen eingeleitet hatten. „Aufgrund des enormen Schadensausmaßes und des hohen Zerstörungsgrades der Halle, gestalteten sich die in alle Richtung laufenden Ermittlungen schwierig“, heißt es jetzt seitens der Polizei. Die Bayreuther  Brandfahnder sicherten sich deshalb die Mitarbeit eines Sachverständigen des Bayerischen Landeskriminalamtes und von einem speziell ausgebildeten Brandmittelspürhund der Polizei. Der Hundeführer war mit seinem Tier eigens aus Unterfranken nach Kulmbach gekommen, um die Ermittlungen zu unterstützen.

Einige Wochen hat es jetzt gedauert, bis alle gesicherten Spuren ausgewertet wurden. Das Ergebnis: Jemand hat die ehemalige Tennishalle angezündet.




Die Kripo Bayreuth bittet jetzt um Hinweise aus der Bevölkerung und stellt folgende Fragen an mögliche Zeugen:

  • Wer hat in der Nacht zum 23. April  Wahrnehmungen in der Straße „Am Goldenen Feld“ in Kulmbach gemacht, die im Zusammenhang mit dem Brand stehen könnten?
  • Wem sind womöglich verdächtige Personen und/oder Fahrzeuge aufgefallen?
  • Wer kann sonst sachdienliche Angaben machen, die im Zusammenhang mit der Ursache des Feuers stehen könnten?

Zeugen werden gebeten, sich mit der Kriminalpolizei Bayreuth unter der Telefonnummer 0921/506-0 in Verbindung zu setzen.







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