Polizei musste „hilflosen“ Brummifahrer suchen

Symbolbild: Pressefotografie Andy Eberlein

ERLANGEN. Die Erlanger Verkehrspolizei hatte es mit drei Betrunkenen zu tun, die es laut einem behördlichen Resümee zusammen auf 7,4 Promille brachten. Einer der Beschuldigten hatte bei der Abholung seiner Autoschlüssel einen noch höheren Wert als bei der Kontrolle.




Am Donnerstagmorgen fuhr einer Streife der Verkehrspolizei um 00.05 Uhr in Gremsdorf ein Radfahrer entgegen. Dabei war die Bezeichnung „fuhr“ sehr geschmeichelt, denn er „eierte in deutlichen Schlangenlinien“, wie die Polizei mitteilte. Die Beamten hielten den 30-Jährigen an. Er gab an, auf dem Weg zur nächsten Tankstelle zu sein, wo sich noch ein Bier kaufen wollte. Den Weg konnte er sich sparen, denn der Alkoholtest ergab einen Wert von 1,62 Promille. Damit hatte er für einen Verkehrsteilnehmer bereits genug getrunken. Dafür musste den Beamten zur Blutentnahme folgen.



Autofahrer hatte über drei Promille

Am Mittwochnachmittag versuchte sich ein betrunkener Autofahrer den Weg nach Hause zu bahnen, was ihm aufgrund seiner Alkoholisierung nicht gelang. „Mit 3,02 Promille im Blut hatte er sich ans Steuer seines Pkw gesetzt und war an der AS Zentrum auf die A 73 gefahren“, sagte Polizeisprecher Christian Deisel. Die Kurve schaffte er aber nicht und so kollidierte er mit der Schutzplanke. Als er in Bruck abfuhr, war die Kurve wiederum enger als sein Fahrvermögen und er krachte erneut in die Schutzplanken.

Auch dieses Mal kümmerte er sich nicht um den Schaden, sondern fuhr ungerührt weiter. Eine Streife der Stadtpolizei stoppte ihn und übergab ihn der Verkehrspolizei, welche die Blutentnahme veranlasste. Einen Führerschein konnte der 48-Jährige nicht mehr verlieren, denn er hatte gar keinen.




Fahndung nach „hilflosem Brummifahrer“

Für Aufregung sorgte ein 39-jähriger Kraftfahrer aus dem Ruhrgebiet. Am Mittwoch rief er gegen 17 Uhr seinen Spediteur an und teilte ihm mit, dass er sich im Gewerbegebiet Heßdorf aufhalte und gesundheitliche Probleme hätte. Danach riss der Kontakt ab. Die Erlanger Verkehrspolizei leitete unter Zuhilfenahme eines Hubschraubers eine Suchaktion ein, die jedoch zunächst ohne Erfolg blieb.

Mit Hilfe einer Handyortung konnte ermittelt werden, dass sich der Fahrer offenbar im Gebiet der Rastanlage Steigerwald-Nord aufhalten würde. Dort machten die Beamten schließlich den Fahrer und seinen Sattelzug ausfindig. Der 39-Jährige lag in seinem Führerhaus und schlief. Aber nicht wegen akuter gesundheitlicher Probleme, sondern wegen der 2,68 Promille, die er intus hatte.




Eine Fahrt konnte ihm zwar nicht nachgewiesen werden, aber es wurde eine solche verhindert. Die Fahrzeugpapiere und die Schlüssel wurden sichergestellt und die Spedition verständigt, sich um einen nüchternen Fahrer zu kümmern. Am Donnerstag kam der 39-Jährige „ausgenüchtert“ zur Dienststelle und wollte seinen Lkw-Schlüssel abholen. Ein Alkotest bescheinigte ihm tatsächlich einen veränderten Alkoholwert. Aber statt der anfänglichen 2,68 Promille hatte er nun 2,70 Promille intus. Seine Abfahrt wird sich damit um einen weiteren Tag verzögern.







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