Dreitägiger Zeitungsstreik

Foto: Michael Gaida

MÜNCHEN. Am Mittwoch findet die fünfte Tarifrunde in Berlin statt. Bis dahin rufen der Bayerische Journalisten-Verband (BJV) und die Gewerkschaft ver.di vom heutigen Montag an die Redakteurinnen und Redakteure an bayerischen Tageszeitungen zu einem dreitägigen Warnstreik auf. Ein Prozent mehr Gehalt sei nicht hinnehmbar. 




Mehr als 600 Streikende aus Bayern und Baden-Württemberg kommen am Dienstag um 11 Uhr zu einer Kundgebung auf dem Münchner Max-Joseph-Platz zusammen, um ihrem Unmut über das bisher indiskutable Angebot der Verlegerseite Luft zu machen. Das sah eine Erhöhung der Gehälter um gerade mal 1,04 Prozent vor, was einem echten Reallohnverzicht gleichkäme.

Mit dem bisher längsten Streik in den laufenden Tarifverhandlungen unterstreichen die Gewerkschaften ihre Forderung auf 4,5 Prozent mehr Gehalt für angestellte Redakteurinnen und Redakteure sowie feste Freie. Jungredakteure sollen mindestens 200 Euro mehr im Monat bekommen. Laufzeit: zwölf Monate.



„Es ist jetzt an der Zeit, dass die Verleger mit einem fairen Angebot ein deutliches Zeichen der Wertschätzung setzen“, sagt der BJV-Vorsitzende Michael Busch. Man werde nicht länger dulden, was sich die Gegenseite noch an Zumutungen für die 13.000 Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen einfallen lasse. Der dreitägige Warnstreik sei erst der Anfang – „Wir haben noch lange nicht fertig!“.

Am dritten Tag des Warnstreiks wollen daher die beteiligten Kolleginnen und Kollegen mit einer Mahnwache vor ihrem jeweiligen Zeitungshaus protestieren und ihren Verlegern auch bildlich demonstrieren, dass es nun an der Zeit ist, die Forderungen der Gewerkschaft mit einem Gehaltsplus von 4,5 Prozent ernst zu nehmen. Durch die Besetzung von Notredaktionen soll es jedoch kaum zu Zeitungsausfällen kommen. Der Streik könnte sich jedoch auf den jeweiligen Umfang der Tagesausgaben und die Onlinepresse auswirken. Wer sich regional beteiligt, ist noch unklar.







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