Vermisstes Ehepaar aus Schnaittach: Neue Vorwürfe gegen den Sohn

SCHNAITTACH, LKR NÜRNBERGER LAND. Bereits seit Mitte Dezember 2017 wird ein Ehepaar aus Schnaittach (Lkrs. Nürnberger Land) vermisst. Wir hatten schon mehrfach berichtet. Nun rückt aber offenbar der Sohn des Paares erneut in den Fokus der Öffentlichkeit.

 




Seit Mittwoch, den 13.12.2017, wird das Ehepaar Elfriede (66 Jahre) und Peter Placzek (70 Jahre) aus Schnaittach vermisst. Sie verließen ihr Wohnhaus in der Lohmühle zu einem unbekannten Zeitpunkt und kehrten bis zum heutigen Tage nicht zurück. Der Sohn des Paares berichtet gegenüber Reporter24, dass seine Eltern eine Reise planten. „Sie haben einen Koffer und zwei Reisetaschen gepackt“. Wohin die Reise gehen sollte, davon will Ingo Placzek nichts gewusst haben. „Ich bin davon ausgegangen, dass sie zu einer Verwandten wollten, wo sie schon öfters waren“. Angekommen sind die Placzeks dort aber nicht.

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Sohn will Wohnmobil verkaufen und heiratet heimlich 

Weil der Sohn der Vermissten im Internet das Wohnmobil des Paares verkaufen wollte, rückt er nun in den ungewollten Fokus der Öffentlichkeit. „Der weiß doch mehr, als er zugibt“, lautet nur eine von vielen Reaktionen im Internet. Darauf angesprochen, äußerte sich der junge Mann dann kurz in einem Telefongespräch mit Reporter24. „Meine Eltern wollten es schon vor drei Jahren mal verkaufen“. Er habe die Anzeige am 11. Dezember online gestellt, teilte er mit. Nachdem er seinen Vater dabeihaben wollte, dieser aber derzeit nicht greifbar sei, habe er die Anzeige vor einigen Tagen wieder gelöscht. Recherchen von Reporter24 ergaben allerdings, dass die Anzeige erst im Januar veröffentlicht wurde.




Warum er zunächst andere Angaben machte, dazu wollte er sich dann nicht mehr äußern. Am Mittwochabend kontaktierte Placzek dann die Redaktion. Er habe sich im Datum getäuscht, sei derzeit völlig neben sich. „Auch wenn es im Fernsehen nicht so rüber kam, ich mache mir sehr große Sorgen um meine Eltern“.




Streit mit den Eltern 

Während sich Ingo Placzek im Regionalfernsehen und der örtlichen Presse angespannt betroffen zeigte, äußerte er immer wieder das tolle Zusammenleben mit seinen Eltern. Ohne gefragt zu werden, spricht er immer wieder ein „harmonisches Verhältnis“ zwischen seinen Eltern und seiner Lebensgefährtin an. „Verdächtig“, sagen Nachbarn. Und so harmonisch scheint es auch nicht gewesen zu sein, wie der Sohn behauptet.

Eine Seniorin berichtet bei Reporter24 über Streit in der Familie. „Elfriede war absolut nicht einverstanden mit der Freundin von Ingo“, sagt sie. Man habe sich heftig gestritten. Die Mutter wehrte sich demnach gegen eine anstehende Hochzeit. Doch nur eine Woche nach dem Verschwinden der Eltern, soll Ingo Placzek geheiratet haben. „Am 29. Dezember“, sagen Nachbarn. Als das am Freitag der Polizei mitgeteilt wurde, war man dort sichtlich überrascht. Ein geplantes Interview mit Placzek musste entfallen. Er war das ganze Wochenende über nicht erreichbar, das Haus in Schnaittach stand leer.




Polizei ermittelt gegen den Sohn

Zu den bereits angelaufenen Überprüfungen, wo sich die Eltern aufhalten könnten, wollte sich Ingo Placzek zunächst eh nicht äußern. Auf die Frage, ob er mal das Bankkonto, emails oder Postsendungen nach Reiseunterlagen und Zahlungswegen geprüft hat, verwies der junge Mann an die Polizei. „Das werden die schon alles machen“, winkte er ab. Denn den Computer hat die Polizei mitgenommen. Auch die elterliche Wohnung wurde von den Kripobeamten nun versiegelt.

Der Sohn teilte am Mittwochabend dann nochmal mit, dass die Bankgeschäfte keine wesentliche Rolle spielen würden. „Bei uns im Haus wird bis zu fünfstelligen Beträgen immer alles bar abgerechnet“. Aber ein solcher Betrag sei auch verschwunden, sagte der Sohn zu Reporter24. Seine Widersprüche machten auch unseren Reporter stutzig. War doch zunächst keine Rede von einem Urlaub oder einer Reise, vermutet er jetzt, wo sich die Schlinge um ihn zuzieht, einen elterlichen Besuch bei Verwandten in Polen. Name, Adresse oder Telefonnummer habe er aber nicht. Wie Reporter24 aus Polizeikreisen erfuhr, ermittelt die Kripo jetzt auch gegen den Sohn.



Ermittlungen in alle Richtungen

Ob es Informationsabgleiche mit der Polizei gibt, wollte ein Reporter wissen. „Die wollten sich selbst melden, wenn es was neues gibt“, so Placzek. „Seltsames Verhalten für einen besorgten Sohn“, sagen die Mitglieder einer Schnaittacher Facebookgruppe. Auch hier ist man bereits auf die mutmaßlichen Widersprüche des Sohnes aufmerksam geworden. Der Vorwurf: Mal ist die Rede von einer Reise, mal nicht. Dann sammelt er Spendengelder und will das Wohnmobil veräußern.

„Das Geld brauch ich für Suchanzeigen in den Zeitungen“, sagt Ingo Placzek. Und dass es Widersprüche gab, sei ein Verschulden der Pegnitz-Zeitung. Laut Placzek soll hier in den nächsten Tagen eine Richtigstellung abgedruckt werden.




Zunächst müsse man in Erfahrung bringen, was das angebliche Reiseziel des Paares war. Dazu baue man auf die Öffentlichkeitsfahndung. „Eine handvoll Hinweise sind eingegangen“, so der Sprecher weiter. Die berühmte heiße Spur sei aber noch nicht dabei gewesen. Sollten alle Bemühungen im Sand verlaufen, würde man weitere Schritte einleiten. Auch der Reiseweg sei unklar, denn das Wohnmobil und auch der PKW des Ehepaares, sind jeweils nicht bewegt worden.

Hinweise auf den Aufenthaltsort der Eheleute nimmt weiterhin der Kriminaldauerdienst Mittelfranken unter der Telefonnummer 0911 2112-3333 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.



 




Eigene Eltern in der Garage eingemauert

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