Eigene Eltern in der Garage eingemauert

Foto: red

SCHNAITTACH, LKR NÜRNBERGER LAND. Die Ereignisse in Schnaittach überschlagen sich. Nachdem am Morgen SEK-Kräfte den Sohn und die Schwiegertochter des vermissten Ehepaares festgenommen haben, rückte die Polizei mit schwerem Gerät im Ortssteil Hedersdorf an. Am Mittag dann erste Gerüchte. Nachbarn wollen beobachtet haben, dass die Beamten in der Garage fündig wurden. 



Liveticker (bitte immer wieder aktualisieren):

    • Chronologisch -rückwärts-
    • SEK Festnahme erfolgte dann auf dem Autobahnzubringer
    • Paar war am Montag auf dem Weg zur Polizei nach Lauf
    • Im Anwesen wurden Waffen gefunden, allerdings auch DEKO Gewehre
    • In der Grube war das mutmaßliche Reisegepäck einbetoniert
    • Stephanie P. belastet ihren Mann Ingo
    • Täter-Paar hat nach dem Mord noch geheiratet
    • Stephanie P. habe sich zur Tat geäußert, bestreitet aber Beteiligung
    • Staatsanwaltschaft geht von gemeinschaftlichem Doppelmord aus




  • Polizei ist sich sicher: Das sind die vermissten Eltern
  • Leichen lagen in Garagenanbau versteckt
  • Leichen waren eingemauert, aber nicht einbetoniert
  • Sohn besorgte viel Baumaterial
  • Miguletz spricht zu den Ermittlungen
  • Beweismittel waren in KFZ Grube einbetoniert
  • SEK Zugriff am 22.01.2018
  • Am 16.1.2018 noch TV Interview mit widersprüchlichen Angaben
  • Am 4. Januar haben die Ermittlungen angefangen
  • Polizei spricht von Widersprüchen bei den Angaben des Sohnes




Umfangreiche Ermittlungen am Tatort

„Sie haben den Betonboden aufgestemmt“, sagte eine Anwohnerin am Morgen. Darin wurden Beweismittel gefunden. Laut Polizeiangaben verscharrte der Sohn dort die angeblichen Reisetaschen seiner Eltern, damit es wie ein Urlaub aussieht. Die Leichen selbst waren in einen Mauervorsprung eingemauert. Auf Nachfrage von Reporter24 dementierte Polizeisprecherin Elke Schönwald am Mittag noch den grausamen Fund in der Wohnsiedlung in Schnaittach.

Oberstaatsanwältin Anita Traud, Polizeipräsident Johann Rast und Kriminaloberrätin Cora Miguletz berichteten über den aktuellen Stand der Ermittlungen. Mit Presslufthammern musste man das Paar freilegen. In Beton gegossen waren sie nicht, aber mit Salz bedeckt und dann eingemauert. Zur Todesursache liegen noch keine Informationen vor. Die Identifizierung stehe noch aus, aber man gehe davon aus, dass es sich um das vermisste Ehepaar handelt.




Sohn will Wohnmobil verkaufen und heiratet heimlich 

Weil der Sohn der Vermissten im Internet das Wohnmobil des Paares verkaufen wollte, rückt er in den ungewollten Fokus der Öffentlichkeit. „Der weiß doch mehr, als er zugibt“, lautet nur eine von vielen Reaktionen im Internet. Darauf angesprochen, äußerte sich der junge Mann dann kurz in einem Telefongespräch mit Reporter24. „Meine Eltern wollten es schon vor drei Jahren mal verkaufen“. Er habe die Anzeige am 11. Dezember online gestellt, teilte er mit. Nachdem er seinen Vater dabeihaben wollte, dieser aber derzeit nicht greifbar sei, habe er die Anzeige vor einigen Tagen wieder gelöscht. Recherchen von Reporter24 ergaben allerdings, dass die Anzeige erst im Januar veröffentlicht wurde.




Warum er zunächst andere Angaben machte, dazu wollte er sich dann nicht mehr äußern. Am Mittwochabend kontaktierte Placzek dann die Redaktion. Er habe sich im Datum getäuscht, sei derzeit völlig neben sich. „Auch wenn es im Fernsehen nicht so rüber kam, ich mache mir sehr große Sorgen um meine Eltern“. Geglaubt hat ihm das niemand.




Streit mit den Eltern 

Während sich Ingo Placzek im Regionalfernsehen und der örtlichen Presse angespannt betroffen zeigte, äußerte er immer wieder das tolle Zusammenleben mit seinen Eltern. Ohne gefragt zu werden, spricht er immer wieder ein „harmonisches Verhältnis“ zwischen seinen Eltern und seiner Lebensgefährtin an. „Verdächtig“, sagen Nachbarn. Und so harmonisch scheint es auch nicht gewesen zu sein, wie der Sohn behauptet.

Eine Seniorin berichtet bei Reporter24 über Streit in der Familie. „Elfriede war absolut nicht einverstanden mit der Freundin von Ingo“, sagt sie. Man habe sich heftig gestritten. Die Mutter wehrte sich demnach gegen eine anstehende Hochzeit. Doch nur eine Woche nach dem Verschwinden der Eltern, soll Ingo Placzek geheiratet haben. „Am 29. Dezember“, sagen Nachbarn. Als das am Freitag der Polizei mitgeteilt wurde, war man dort sichtlich überrascht. Ein geplantes Interview mit Placzek musste entfallen. Er war das ganze Wochenende über nicht erreichbar, das Haus in Schnaittach stand leer.




Viel Geld verschwunden

Zu den bereits angelaufenen Überprüfungen, wo sich die Eltern aufhalten könnten, wollte sich Ingo Placzek zunächst eh nicht äußern. Auf die Frage, ob er mal das Bankkonto, emails oder Postsendungen nach Reiseunterlagen und Zahlungswegen geprüft hat, verwies der junge Mann an die Polizei. „Das werden die schon alles machen“, winkte er ab. Denn den Computer hat die Polizei mitgenommen. Auch die elterliche Wohnung wurde von den Kripobeamten nun versiegelt.

Der Sohn teilte am Mittwochabend dann nochmal mit, dass die Bankgeschäfte keine wesentliche Rolle spielen würden. „Bei uns im Haus wird bis zu fünfstelligen Beträgen immer alles bar abgerechnet“. Aber ein solcher Betrag sei auch verschwunden, sagte der Sohn zu Reporter24. Seine Widersprüche machten auch unseren Reporter stutzig. War doch zunächst keine Rede von einem Urlaub oder einer Reise, vermutet er jetzt, wo sich die Schlinge um ihn zuzieht, einen elterlichen Besuch bei Verwandten in Polen. Name, Adresse oder Telefonnummer habe er aber nicht.



Ermittlungen in alle Richtungen

Ob es Informationsabgleiche mit der Polizei gibt, wollte unser Reporter wissen. „Die wollten sich selbst melden, wenn es was neues gibt“, so Placzek. „Seltsames Verhalten für einen besorgten Sohn“, sagen die Mitglieder einer Schnaittacher Facebookgruppe. Auch hier ist man bereits auf die mutmaßlichen Widersprüche des Sohnes aufmerksam geworden. Der Vorwurf: Mal ist die Rede von einer Reise, mal nicht. Dann sammelt er Spendengelder und will das Wohnmobil veräußern. „Das Geld brauch ich für Suchanzeigen in den Zeitungen“, sagt Ingo Placzek. Und dass es Widersprüche gab, sei nur ein Verschulden der Pegnitz-Zeitung.

 



 










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