Frau will Ehemann aus Brunnen retten: Beide tot

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WEGSCHEID, LANDKREIS PASSAU. Am Freitagabend (29.09.2017) konnte ein Ehepaar nur noch tot aus einem Brunnenschacht im niederbayerischen Wegscheid geborgen werden. Die Kripo Passau geht von einem tragischen Unfall aus.



Bei der Örtlichkeit handelt es sich um ein landwirtschaftliches Anwesen, in dem Pferde gehalten werden. Über einen Brunnen mit Pumpe und Zeitschaltuhr wurde die regelmäßige Versorgung der Tiere mit Wasser gewährleistet. Offenbar war die in ca. 8 Meter Tiefe installierte Pumpe defekt und der 47-jährige Mann stieg zur Reparatur in den Schacht.




Vermutlich erlitt er dort wegen Sauerstoffmangels einen Schwächeanfall bzw. verlor das Bewusstsein. Seine zu Hilfe eilende 34-jährige Frau stieg ihm nach und dürfte nach kurzer Zeit ebenfalls ohnmächtig geworden sein.

Ein Anwohner, der das Ehepaar zuletzt am Nachmittag gesehen hatte, fand die beiden kurz nach 20.00 Uhr leblos im Brunnen liegend auf. Die beiden konnten von der alarmierten Feuerwehr nur noch tot geborgen werden.

Beamte des Kriminaldauerdienstes der Kripo Passau nahmen unverzüglich die Ermittlungen am Ort des Geschehens auf. Bisher haben sich keine Hinweise auf Fremd- oder Gewalteinwirkung ergeben. Vielmehr ist von einem tragischen Unglück auszugehen. Ein Fachmann der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft Landshut wurde zur genauen Klärung der Unfallursache in die Ermittlungen einbezogen.




Die Polizei warnt aus diesem Anlass eindringlich vor den Gefahren beim Betreten von Brunnen, Silos und sonstigen Schächten oder Gruben. Diese sollten unter keinen Umständen ohne vorherige Messungen bzw. gründlicher Inspektion bestiegen werden. In der Tiefe bzw. am Grund kann es aus verschiedenen Gründen zu einer gefährlichen Bildung toxischer Gase kommen. Diese sind schwerer als Luft, weshalb die Sauerstoffkonzentration in diesem Bereich erheblich abnimmt bzw. dessen Aufnahme im Körper blockiert wird.



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