Ausgebrochen: Nationalpark lässt Wölfe erschießen

LUDWIGSTHAL, LKR REGEN. Heftige Diskussionen um das Vorgehen des Nationalparks bei Ludwigsthal. Nachdem dort sechs Wölfe aus ihrem Gehege ausgebrochen sind, sollen nun ausgewählte Suchtrupps die Tiere erschießen. Heute Morgen wurde das erste Tier erlegt.



„Das sind Zeitbomben“ sagt die Parkverwaltung. „Selbst schuld“, sagen viele Internetznutzer. Denn erst pferche man die Tiere zusammen und würde nicht aufpassen, dann hetze man sie wie Unschuldige auf einer Jagd. Doch der Leiter des Nationalparks Bayerischer Wald, Franz Leibl, schließ ein Versehen aus. Mehrere Sicherungen des Tores seien außer Kraft gesetzt worden.

Tatsächlich kam es bislang zu keinen ernsthaften Zwischenfällen. Ein Tier treibe sich in der Nähe einer kleinen Ortschaft rum, ein weiteres habe einen Spaziergänger angeknurrt. Übergriffe oder Zugriffe auf Haustier – und Nutztierbestände sind auch nicht bekannt.

Erste Versuche mit Narkosegewehren seien gescheitert, berichtet beispielsweise der BR. Nun müsse man zu entschlossenen Maßnahmen greifen, bevor die Lage eskaliert, sagt der Nationalpark.



Im Gegensatz zu den scheuen Wölfen in freier Wildbahn, seien diese flüchtigen Tiere den Menschen gewöhnt und ohne Angst unterwegs. Das mache sie zu gefährlichen Zeitbomben. Zwei Tiere seien im tieferen Wald unterwegs, ein weiteres habe sich nach Tschechien verzogen. Die Jäger seien ihnen auf den Fersen, heißt es. Einen der Ausreißer habe man am Sonntagmorgen erschossen.

Es handele sich dabei um ein Tier, das zwischen dem Tierfreigelände Ludwigsthal und dem Nachbarort Zwieslerwahldhaus unterwegs war. Ein anderer Wolf sei bereits von der „Waldbahn“ erfasst und getötet worden. Demnach reduziert sich die Zahl der gesuchten Tiere jetzt auf vier. (red)




Alle Sichtungen sollen umgehend dem Haus zur Wildnis (09922/5002-0) mitgeteilt werden.
Eine Gefährdung für die Bevölkerung würde derzeit nicht vorliegen.



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