Frostschutzmittel in Babyprodukte: SEK nimmt Verdächtigen fest

Foto: Polizei

WARNUNG. Ein bislang unbekannter Täter droht derzeit bundesweit damit, Lebensmittel zu vergiften. Vor allem Drogeriemärkte seien laut Polizei betroffen. Der Täter fordert einen zweistelligen Millionenbetrag. Um seiner Drohung Stärke zu verleihen, deponierte der Unbekannte bereits vergiftete Lebensmittel im Raum Friedrichshafen. Nun konnte er offenbar festgenommen werden.



Die Polizei spricht davon, dass Unternehmen im ganzen Bundesgebiet betroffen sind. Vor allem Bayern, Baden Württemberg und Österreich seien jedoch besonders betroffen. Die Lage nehme man sehr ernst, heißt es in einer Presseerklärung. Es würde sich um einen skrupellosen Täter handeln, der zu allem bereit sein könnte.

Die Behörden warnen ausdrücklich vor manipulierten Verpackungen. Informieren Sie die Marktleitungen oder die Polizei. Auch Glasverpackungen seien betroffen. Hier sollte beim Öffnen von Flaschen das „Zischen“ des Vakuums zu hören sein. Zu den Unternehmen und Produkten will die Polizei keine Angaben machen. Wie die „Bild“-Zeitung erfahren haben will, sollen Aldi, Rossmann, Lidl, DM, Müller, Edeka, Norma und Rewe Erpresserschreiben bekommen haben.




SEK nimmt 53-Jährigen fest

„Die Sonderkommission überprüft derzeit einen Verdächtigen, auf den die Ermittler durch Hinweise aus der Bevölkerung aufmerksam geworden sind“, sagte ein Polizeisprecher am Freitagabend gegen 22 Uhr in Konstanz. „Da bei der Vielzahl von den eingegangenen Hinweisen auf bestimmte Personen umfangreiche Überprüfungen noch im Gange sind, könne zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden, ob es sich bei der Person aus dem Landkreis Tübingen tatsächlich um einen möglichen Tatverdächtigen im Zusammenhang mit dem Erpressungsfall handelt“.




Am Samstagmorgen überschlagen sich dann die Ereignisse. „Der Tatverdacht gegen den in einer Gemeinde des Landkreises Tübingen von Spezialkräften der Polizei des Landes Baden-Württemberg vorläufig festgenommenen 53-jährigen deutschen Staatsangehörigen hat sich erhärtet“, teilte das LKA mit. Der Mann gilt zwischenzeitlich als dringend tatverdächtig. Auf ihn war die Sonderkommission durch Hinweise aus der Bevölkerung aufmerksam geworden.

Unterdessen laufen auch die weiteren Fahndungsmaßnahmen. Die Polizei hält es für möglich, dass weitere Produkte in den Umlauf gebracht werden oder bereits gebracht worden sind. Eine endgültige Entwarnung gibt es noch nicht. Gegen 15 Uhr soll eine Presekonferenz stattfinden und der 53-Jährige dem Haftrichter vorgeführt werden. Neben dem SEK, war bei der Festnahme auch ein Hubschrauber im Einsatz.



Seit einer Woche Gift im Umlauf

Schon seit über einer Woche ist den Behörden der Fall bekannt. Bei den bereits mit Gift versetzten Produkten handelte es sich überwiegend um Kinderprodukte und Getränke. Auch Babynahrung sei betroffen. Bislang wurden 16 mit Gift versetzte Produkte sichergestellt. Mittels Überwachungstechnik konnte der mutmaßliche Täter bei der Ausbringung seiner manipulierten Ware gefilmt werden.

Bei dem Gift handelt es sich um Stoffe aus dem Bereich der Glycole. Also Frostschutzmittel bzw Enteisungsmittel. Die tödliche Dosis liegt bei etwa 1,4 ml pro kg Körpergewicht. Diethylenglycol selbst bewirkt rauschähnliche Zustände ähnlich dem Ethanol. Wegen des süßen Beigeschmacks ist das Gift daher kaum riechbar oder schmeckbar.




Screenshot




Täterbeschreibung:

  • Männlich
  • ca 50 Jahre alt
  • mittlere Größe
  • schlank
  • sportlich
  • Brillenträger
  • weiß-graue Mütze
  • schwarze Sportschuhe mit weißem Sohlenrand

(Foto in Kürze)

Hinweise von möglichen Zeugen bitte direkt an das Polizeipräsidium Konstanz (Hinweistelefon: 07531/ 9953434).




Pressekonferenz: Erpresser ist gefasst

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