Rente aufgebessert: 72-Jähriger lieferte Drogen nach Deutschland

ALZENAU / HÖRSTEIN, LKR. ASCHAFFENBURG. Die intensive Arbeit der Drogenfahnder der Aschaffenburger Kriminalpolizei und der Staatsanwaltschaft war vergangene Woche von Erfolg gekrönt. Drei Festnahmen, die Sicherstellung von ein Kilogramm Marihuana und zwei Tatverdächtige in Untersuchungshaft sind das Ergebnis von mehrmonatigen Ermittlungen.




An einem Mittwochnachmittag Anfang August hatten die Ermittler der Aschaffenburger Kripo einen 34-Jährigen aus Alzenau festgenommen, als er gerade 400 Gramm Marihuana verkaufen wollte. Da das Drogengeschäft unmittelbar von Polizeibeamten beobachtet wurde, gelang zudem auch die vorläufige Festnahme eines Abnehmers, der dem Beschuldigten Drogen abkaufen wollte. Der wurde nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen in der Polizeidienststelle wieder auf freien Fuß gesetzt.

Noch während die beiden Tatverdächtigen zur Polizeidienststelle gebracht wurden, startete gleichzeitig die Durchsuchung des weiträumigen Wohnanwesens des 34-Jährigen im Randbereich von Alzenau. Unter den zahlreichen Einsatzkräften befand sich auch ein Rauschgiftspürhund. Bei der Durchsuchung der Wohnung wurden weitere 625 Gramm Marihuana aufgefunden.



Die Verpackung dieses Rauschgifts und weitere polizeiliche Untersuchungen führten die Kriminalbeamten auf die Spur eines holländischen Hintermannes, der mit dem 34-Jährigen gemeinsam dem aktuellen Ermittlungsstand nach einen gut funktionierenden Drogenhandel im Raum Aschaffenburg aufgezogen hatte. Der 34-Jährige ist dringend tatverdächtig, das Betäubungsmittel insbesondere im Raum Alzenau und vermehrt auch an Jugendliche veräußert zu haben.

Hintermann gefasst

Durch zielgerichtete Maßnahmen konnte in der Nacht von Donnerstag auf Freitag vergangener Woche schließlich auch der Komplize des Alzenauers vorläufig festgenommen werden. Es handelt sich um einen 72-jährigen Lkw-Fahrer, der bei seiner Vernehmung ein umfassendes Geständnis ablegte. Hiernach belieferte er den Beschuldigten aus Alzenau im vergangenen halben Jahr regelmäßig mit Rauschgiftnachschub. Er hatte insgesamt mehrere Kilo der Substanzen über die Grenzen hinweg nach Unterfranken gebracht, der 34-Jährige veräußerte die Drogen dann gewinnbringend.




Sowohl der mutmaßliche Dealer als auch der Niederländer wurden auf Entscheidung der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg hin dem Haftrichter beim Amtsgericht in Aschaffenburg vorgeführt. Dieser erließ gegen beide Haftbefehl wegen gemeinsamer unerlaubter Einfuhr von Betäubungsmittel in nicht geringer Menge. Die weiteren nicht unerheblichen Folgeermittlungen richten sich nun unter anderem gegen den Abnehmerkreis der beiden Lieferanten und werden von der Aschaffenburger Kriminalpolizei in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg geführt.



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