18 Tote nach Busunglück bei Münchberg: Unfallhergang aufgeklärt

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A9 / MÜNCHBERG. Die Polizei spricht von einer Verkettung mehrerer Umstände. Hauptgrund sei die Unaufmerksamkeit des verstorbenen Busfahrers. In der Folge der Kollision kam es bauartbedingt zu dem Inferno. Hier soll künftig aber offenbar nachgebessert werden.



Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, befanden sich der Lastwagen und auch der Omnibus auf der rechten von drei Fahrspuren. Staubedingt reduzierte der ukrainsche Lastwagen seine Geschwindigkeit gleichmäßig von 80 auf 28 Stundenkilometer. Mit einer Aufprallgeschwindigkeit von rund 70 km/h krachte der Bus dann auf den Lastwagen auf. Laut Angaben der Polizei waren der Brummifahrer als auch beide Busfahrer ordnungsgemäß ausgeruht unterwegs. Hinweise auf Alkohol – und Drogenkonsum haben sich nicht ergeben.




Bauweise sorgte für Inferno

Im Rahmen der Ermittlungen stellte sich heraus, dass es durch die Kollison zu dem schlimmen Brand kam. Der Bus wurde im Bereich der Fahrerseite auf einer Breite von rund 60 Zentimetern rund zwei Meter tief eingedrückt. Der Busfahrer wurde schwerstverletzt eingeklemmt und war handlungsunfähig. Für Ihn kam jede Hilfe zu spät; er wurde nach den Löscharbeiten aus dem Wrack befreit. Sein Gurtschloss war noch eingerastet.

Durch die starke Deformierung des Busses kam es laut Polizeiangaben zu einem Kurzschluss in der Front des Fahrzeugs. Neben den vollen Kraftstofftanks befinden sich auch die Elektronik der Batterie und ein Kompressor mit Drucklufttank. Explosionsartig verteilte sich der Sprühnebel über die Batterie und den entstandenen Lichtbogen. Eindringende Luft sorgte dann für die schnelle Entzündung.

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Ersatzfahrer sorgte für Hilfe

Weil der vordere Bereich des Busses schwer beschädigt war, mussten die meisten Inssassen durch die aufgedrückte Hintertür flüchten. Einige Fahrgäste sprangen auch aus dem Fenster. Durch das schnell ausbreitende Feuer, es griff auch auf den Lastwagen über, kam es zu einer massiven Rauchentwickung. In der Folge verloren die meisten Fahrgäste sehr schnell das Bewusstsein, viele waren auch durch den Unfall bewegungsunfähig. Der eingekemmte Fahrer (55) und 17 Insassen kamen ums Leben. Zwei der Überlebenden befinden sich noch immer im Nürnberger Südklinikum. Eine akute Lebensgefahr bestehe nicht. Altersbedingt sei das Verletzungsmuster dennoch kritisch.



Busse auf dem Prüfstand

Wie die Polizei weiter mitteilte, sollen Busse mit ähnlicher Bauweise nun überprüft werden. Das bestätigte auch das Kraftfahrtbundesamt. Hierzu laufen bereits Gutachten und Überprüfungen. Ob und wann es zu Folgen kommen wird, ist derzeit noch unklar. Ähnliche dramatische Unfälle mit dieser Bauweise soll es bislang nicht gegeben haben. Damit dies auch einmalig bleibt, soll nun alles dafür getan werden, die Gefahrenquellen auszuschalten.

Die offizielle Stellungnahme der Polizei finden Sie in kürze HIER.

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