Hitzeknast Auto – Lebensgefahr für Mensch und Tier

REPORTER24. Ein schlafendes Baby im Kindersitz – da ist die Versuchung für manche Eltern groß, es kurz im Wagen einzuschließen um schnell im Supermarkt einzukaufen. Auf diese Weise sterben alleine in den USA jährlich etwa 40 Kinder. Doch auch in Deutschland werden Kinder und Hunde in brütend heißer Hitze zurückgelassen. Eine tödliche Gefahr. Denn der Autofahrer kann ja auch selbst in Not kommen und dann weiß niemand von einem Baby oder einem Tier im Auto.




Es sind auch Tage, Vormittage und Abende, wo es nicht so extrem heiß ist. Zudem wird durch den starken Wind die Temperatur auch noch nicht ernst genommen. Viele Eltern und Tierbesitzer unterschätzen dann die gewächshausähnlichen Fähigkeiten ihres Autos. Denn wird der Wagen mit dem Kind oder Hund in praller Sonne abgestellt, kann es schon nach wenigen Minuten zu spät sein.

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Dokumentiert sind beispielsweise Tragödien, in denen Kinder bereits nach 15 Minuten in einem heißen Wagen tot waren. US-Amerikanische Forscher haben die Gegebenheiten um die Mittagszeit auf einem Parkplatz nachgestellt und die Innentemperatur gemessen. Diese lag nach fünf Minuten unter praller Sonne im Schnitt um 4 Grad Celsius über der Außentemperatur, nach zehn Minuten war sie um 7 Grad gestiegen, nach einer halben Stunde um 16 Grad und nach einer Stunde um 26 Grad.




Bei Außentemperaturen von 35 Grad in der Sonne, wie sie jetzt auch wieder teilweise in Bayern herrschen, heizt sich ein Wagen innerhalb einer halben Stunde folglich auf 51 Grad auf, nach einer Stunde sind es sogar über 60 Grad – bei dunkleren Autos und Sitzfarben können es durchaus noch mehr sein. Auch bei geringeren Temperaturen wird es jetzt schon gefährlich.

Die Folge: Hitzschlag! – Der Mediziner spricht von einer Hyperthermie. Es besteht in wenigen Minuten absolute Lebensgefahr. Im erhitzten Auto nimmt der Körper eines Kindes dreimal so viel Energie auf wie wenn es bei 33 Grad draußen in der prallen Sonne steht oder gar noch spielt. Durch Transpiration und Atmung kann aber gerade ein Viertel der zugeführten Energie wieder abgeführt werden – ein Grund dafür ist auch die fehlende Luftbewegung im Auto. Gerade Kinder haben im Vergleich zu Erwachsenen eine relativ geringe Oberfläche im Verhältnis zum Körpervolumen. Die Verdunstung kühlt daher schlechter, auch ist die Wärmeabsorption höher.




Unser Reporter hatte im letzten Jahr den Selbsttest gewagt. Danach war er mehrere Tage krank. Hitzschlag. Wir zeigen dieses Experiment gerne noch einmal und warnen davor, es nachzumachen. Bei unserem Versuch waren Sanitäter zur Absicherung vor Ort.

Reporter im Selbstversuch: Wie lange hält man es im aufgeheizten Auto aus?




3084_339210799492521_1152943390_nBei diesen Außentemperatur wird daher für Kinder und Tiere unter ungünstigen Bedingungen tatsächlich schon nach 15 Minuten ein lebensgefährliches Innenklima erreicht. Doch wer sein Kind gar noch länger im Auto sitzen lässt, der riskiert schon bei geringeren Außentemperaturen das Leben des Sprösslings. Eigentlich sollte man hierüber nicht berichten müssen, doch die Erfahrung zeigt, dass solche Ereignisse keine Einzelfälle sind.

Weitere ungeahnte Gefahren

Ein weiteres Risiko wird von Eltern und Tierhaltern gleichermaßen unterschätzt. „Die fünf Minuten jetzt beim Bäcker – da passiert ja nichts“. Doch weit gefehlt. Wenn der Autofahrer selbst in eine Notsituation kommt, sei es durch einen Unfall, Kreislaufkollaps oder sonstige Einflüsse, so weiß dann niemand, dass vielleicht ein Hund oder gar ein Kind in höchster Not sein kann. Bis das Auto mit dem Kind gefunden wird, kann es schon zu spät sein.

Fotos vom Selbstversuch: <<<Album>>>

 




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