Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl ist tot

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BERLIN. Altkanzler Helmut Kohl ist laut Medienberichten heute Morgen im Alter von 87 Jahren nach mehreren Operationen und Eingriffen seinen schweren Erkrankungen erlegen. Als „Kanzler der Einheit“ hinterlässt er sicherlich eine große Lücke im Land. 




Nach einer Hüftoperation hatte sich Kohl einer Darmoperation unterziehen müssen und erholte sich davon nicht mehr. Bereits bei einem Sturz nach einer Knie-Operation 2008 hatte der langjährige CDU-Vorsitzende (1973 bis 1998) und Bundeskanzler (1982 bis 1998) ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten. Seitdem war er auf einen Rollstuhl angewiesen und konnte nur schwer sprechen.

Kohl war in den 1970er-Jahren einer der jüngsten CDU-Spitzenpolitiker und reformierte als CDU-Bundesvorsitzender seine Partei, der 1969 erstmals im Bund die Oppositionsrolle zugewiesen worden war. 1976 erzielte er als Spitzenkandidat der Union aus CDU und CSU mit 48,6 Prozent der Stimmen das bis dahin zweitbeste Ergebnis für die Union und überhaupt einer Partei in der Geschichte der Bundestagswahlen, konnte aber die Regierung Schmidt nicht ablösen.




Trotz dieser Niederlage gab er sein Amt als rheinland-pfälzischer Ministerpräsident auf und übernahm als Oppositionsführer im Deutschen Bundestag den Vorsitz der CDU/CSU-Fraktion. Kohl gestaltete den Prozess der Wiedervereinigung 1989/1990 entscheidend mit. Umstritten blieb er wegen der CDU-Spendenaffäre, nach deren Bekanntwerden er im Jahr 2000 den Ehrenvorsitz seiner Partei verlor. Der Altkanzler erhielt eine große Zahl nationaler und internationaler Auszeichnungen. Seit dem Ende seiner politischen Karriere war er als Lobbyist in verschiedenen Positionen in der Wirtschaft tätig, bevor zuletzt aus gesundheitlichen Gründen alles abtreten musste.