Terrorverdacht: Deutscher Bundeswehrsoldat (28) soll sich als syrischer Flüchtling getarnt haben

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ZIRNDORF / HAMMELBURG. Eine besonders heikle Geschichte erreichte uns aus dem unterfränkischen Hammelburg. Ein Deutscher Bundeswehrsoldat soll sich ohne Ausweis als syrischer Flüchtling in der mittelfränkischen Aufnahmezentrale Zirndorf gemeldet haben. Besonders dramatisch: Er plante offenbar einen Amoklauf, eine Waffe hatte er bereits in einem Flughafen deponiert.




Der deutsche Oberleutnant wurde laut Staatsanwaltschaft Frankfurt bereits am Mittwoch im unterfränkischen Hammelburg (Kreis Bad Kissingen) festgenommen. Er soll einen Amoklauf oder Terroranschlag geplant haben. Aufgefallen war er bereits im Januar, als er eine im Wiener Flughafen deponierte Waffe abholen wollte. Damals wurde er nur vorrübergehend festgenommen. Die Behörden gehen derzeit von einem fremdenfeindlichen Hintergrund aus.

Seit Januar 2016 war der 28-jährige Mann aus Offenbach in der Zirndorfer Asylunterkunft registriert. Vier Wochen zuvor soll er sich auch schon in Gießen gemeldet haben. Das berichten mehrere Medien unter Berufung auf die dpa. Der Oberleutnant habe auch entsprechende Gelder kassiert, heißt es. Unterstützt wurde er offenbar von einem ebenfalls aus Offenbach stammenden 24 Jahre alten Studenten.




Bei ihm haben die Ermittler sogar Gegenstände gefunden, die unter das Waffengesetz, das Kriegswaffenkontrollgesetz und das Sprengstoffgesetz fallen. Auch beim 24-Jährigen habe man entsprechende Hinweise auf fremdenfeindliche Beweggründe gefunden.

Anschläge auf Asylunterkünfte in Zirndorf und Gießen?

Worum es bei den Planungen genau ging, das wollte die Staatsanwaltschaft Frankfurt zunächst nicht bekannt geben. „Eine schwere staatsgefährdende Straftat“, sagte Oberstaatsanwältin Nadja Niesen. Facebookgerüchte um Anschlagspläne auf die zuvor bewohnten und ausgespähten Asylunterkünfte in Hessen und Franken wollte Niesen nicht bestätigen.




Am Mittwoch hatten knapp 100 Einsatzkräfte Wohungen und auch Unterkünfte der Bundeswehr in Hessen, Bayern, Österreich und Frankreich durchsucht. Der Oberleutnant war nämlich eigentlich im französischen Illkirch stationiert. Bei den Durchsuchungen wurden auch Personen aus dem persönlichen Umfeld beider Tatverdächtigen überprüft. Die Ermittler stellten Handys, Laptops und zahlreiche schriftliche Unterlagen sicher.


 

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