Pokemon-Streit: Der Sechsjährige aus Stockau wurde mit drei Messerstichen niedergestochen

WEIDENBERG / STOCKAU, LANDKREIS BAYREUTH. Mit schweren Verletzungen musste am frühen Sonntagabend des 9. April 2017, ein sechsjähriger Junge in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Wie die ersten Ermittlungen von Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft Bayreuth ergaben, dürfte ein 15 Jahre alter Nachbarsjunge für die Verletzungen verantwortlich sein.




Es war Sonntagabend, 18 Uhr, als es in Stockau im Landkreis Bayreuth an einer Haustür klingelte. Vor der Tür standen hilfesuchend der schwer verletzte und blutüberströmte Bub (6) und sein 15-jähriger Begleiter, der den Jungen offenbar mit drei Messerstichen niederstreckte. Umgehend setzte der Bewohner einen Notruf (112) ab. Das junge Opfer musste in einem Krankenhaus notoperiert werden. Laut Informationen von Reporter24, soll der Sechsjährige insgesamt drei Messerstiche zugesetzt bekommen haben. Ihm geht es aber schon wesentlich besser.




Wie unser Reporter vor Ort aus dem engsten Umfeld erfahren konnte, soll es bei dem Streit auf einer Wiese um ein Handy gegangen sein. „Sie waren auf Pokemon-Jagd“, teilte ein Freund mit, der aber unerkannt bleiben will. Offenbar kam es unter den beiden Nachbarskindern dann zu Unstimmigkeiten und der Ältere griff zu einem mitgeführten Messer.

Nach der Tat sollen sich die Kinder dann geeinigt haben, dass ein Dritter für die Tat verantwortlich sei. Eine Polizeisprecherin wollte das alles nicht bestätigen – „laufende Ermittlungen“. Auch Herbert Potzel, Leitender Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Bayreuth, wollte sich gegenüber der Redaktion noch nicht weiter äußern.




Polizeihund findet Tatort

Noch während der Sechsjährige von Ersthelfern und dem Rettungsdienst versorgt wurde, äußerte der Jugendliche, dass ein Unbekannter dem Kind die Verletzungen am Rücken und am Hals zugefügt habe. Erste umfangreiche Fahndungsmaßnahmen erbrachten dahingehend aber keinerlei Erkenntnisse. Auch ein Tatort konnte zunächst nicht lokalisiert werden. Deshalb kam ein Polizeihund zum Einsatz, welcher auf einer Wiese bei Stockau entsprechende Spuren feststellen konnte.




15-Jähriger wurde festgenommen

Noch am Abend nahmen Beamte der Kriminalpolizei Bayreuth vor Ort die Ermittlungen wegen eines Gewaltdelikts auf. Wie sich hierbei herauskristallisierte, war wohl der 15-Jährige selbst für die Verletzungen des Kindes verantwortlich. Er wurde deshalb vorläufig festgenommen.

Die Klärung aller weiteren Umstände ist Gegenstand der auf Hochtouren laufenden Ermittlungen von Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft Bayreuth. Der Sechsjährige befindet sich nach einer Operation auf dem Weg der Besserung. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Bayreuth wurde der 15-Jährige in eine Jugendhilfeeinrichtung gebracht. Laut Auskunft der Staatsanwalt, eine gechlossene Unterbringung.



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