Nach Mord an seinen Eltern: Albin T. (31) bleibt in der Psychiatrie

Foto: Eberlein

NÜRNBERG. Der 31-jährige Albin T. (31) sitzt in Untersuchungshaft in einem Bezirkskrankenhaus. Er soll seine Eltern am frühen Sonntagabend des 30. April 2017 niedergestochen zu haben. Beide sind im Krankenhaus verstorben. Die Kriminalpolizei Nürnberg hat ein Ermittlungsverfahren wegen Totschlags gegen den Mann eingeleitet, der sich kurz nach der Tat selbst bei der Polizei stellte.




„Zu den Hintergründen der Tat lässt weiterhin nichts Näheres sagen“, berichtet Polizeisprecherin Alexandra Oberhuber. Der Kriminaldauerdienst Mittelfranken habe die Ermittlungen aufgenommen und auch die Mordkommission sei demnach bereits involviert. Soweit den Beamten bisher bekannt ist, hat der 31-Jährige seinen Vater (64) und seine Mutter (61) gegen 17:30 Uhr in deren Wohnung in der Eberhardshofstraße niedergestochen und sich hinterher selbst bei der Polizeiinspektion Nürnberg-Mitte gestellt. Für weitere Auskünfte wird derzeit an die Staatsanwaltschaft verwiesen.

Bis spät in die Nacht dauerte die Spurensuche der Kripo. Foto: Eberlein




Ersthelfer berichtet von viel Blut

„Er lief aus der Wohnung und war völlig blutverschmiert“, berichtet ein Nachbar gegenüber Reporter24. Damit meint er den 31-jährigen Mann, der kurz zuvor offenbar seine Eltern mit 15 Messerstichen attackierte. Dabei soll Albin T. sehr ruhig und gefasst gewirkt haben. „Ich habe ihn stoppen wollen“, erzählt der Nachbar weiter, der den 31-Jährigen noch von der Schule kennt.

„Wir waren zusammen auf der Preißler-Schule, daher kenne ich Albin schon lange“. Sein ehemaliger Schulfreund berichtet von einem psychisch angeschlagenem Mann. „Sein Papa wollte ihn einweisen lassen, die Mama hat das aber immer verhindert. Aus Liebe“. Doch ausgerechnet seine Mutter bezahlte das kurz darauf mit ihrem Leben. Nun ist auch der Vater im Krankenhaus gestorben.




Als sich der 31-Jährige nicht stoppen lies, eilte der junge Mann in die Wohnung der Familie T. Im Treppenhaus traf er auf den 64-jährigen Vater, der gerade mit letzter Kraft Hilfe holen wollte. „Geh schnell zu meiner Frau“, soll er noch gesagt haben. In der Wohnung der kroatischen Familie fand der Helfer dann auch die 61-jährige Mutter vor; schon nicht mehr ansprechbar.

Vor der Wohnung lag noch Verbandsmaterial. Nachbarn versorgten die lebensgefährlich verletzten Eltern des Täters. Foto: Eberlein




Insgesamt 15 Messerstiche

Überall war Blut zu sehen. Schnell kamen weitere Nachbarn zur Hilfe, versorgten im Treppenhaus den Vater. Er wurde mit insgesamt sechs Messerstichen verletzt. Schlimmer traf es die 61-Jährige. Sie hatte massive Stichwunden im Bauchbereich und an den Armen. Offenbar Abwehrverletzungen. Doch gegen den kräftigen Sohn hatte die Frau keine Chance. „Ich habe die Stichwunden abgedeckt, dann kam schon die Polizei“, berichtet der Ersthelfer.

Später wurde die Frau ins Klinikum eingeliefert, wo sie in der Nacht zum 1. Mai gestorben ist. Ein Sprecher der Nürnberger Staatsanwaltschaft berichtete gegenüber Reporter24 zunächst, dass der Zustand des Vaters weiterhin unverändert kritisch sei. Am 15. Mai dann die traurige Nachricht: Auch der 61-Jährige ist gestorben.

Ein weiterer Nachbar berichtet gegenüber Reporter24, dass die Familie immer sehr freundlich und friedlich war. Lediglich der 31-jährige Sohn sei immer wieder auffällig gewesen. „Oft war er total von der Rolle“. Nachdem er sich unmittelbar mach der Bluttat der Polizei stellte, wurde er in der Zwischenzeit an die Mordkommission überstellt. Der zuständige Staatsanwalt der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth hat bereits Haftantrag gestellt und der Beschuldigte wurde in ein Bezirkskrankenhaus gebracht.




Hier traf der Täter auf den Ersthelfer. Der Hauseingang des Anwesens. Foto: Eberlein






Ersten Kommentar schreiben

Antworten