Siebter Streik beim Kurier: Drei Tage lang Arbeitsniederlegung

Warnstreik auch beim Kurier in Bayreuth. Foto: Privat

BAYREUTH. Der Bayerische Journalisten-Verband e.V. rief erneut die Redakteurinnen und Redakteure, Volontärinnen und Volontäre sowie die arbeitnehmerähnlichen freien Journalistinnen und Journalisten der Nordbayerischer Kurier Zeitungsverlag GmbH, RNT Ring Nordbayerischer Tageszeitungen GmbH und der TMT Media GmbH & Co. KG zum Warnstreik auf.




Seit Mittwochmorgen wird gestreikt. Ein Großteil der Mitarbeiter folgte dem dreitägigen Aufruf der Gerwerkschaften und Verbände. Bis Samstagmittag soll die Arbeit ruhen. Wie Verdi-Sprecher Bernd Bauer dem BR sagte, sei es durchaus möglich, dass Abonnenten des Nordbayerischen Kuriers ihre Zeitung während des Streiks verspätet oder gar nicht erhalten. Laut Informationen von Reporter24 wurde aber schon im Vorfeld der Zeitungsdruck nach Bamberg verlegt, um einen Zeitungsausfall zu verhindern.




Dadurch kommt es zwar zu Verspätungen in der Auslieferung, allerdings könne man damit zumindest den Ausfall verhindern. Auch in der Redaktion des Kuriers wird gearbeitet. Wie schon bei den vergangenen Arbeitsniederlegungen ist daher eine täglicheZeitungsausgabe gewährleistet.

Im Zuge der geplanten Massenentlassungen halten es die Verbände zur Erzwingung der Aufnahme von Verhandlungen über einen Sozialtarifvertrag dringend notwendig, diesen Schritt zu gehen. Leser und Geschäftsführung dürften weniger erfreut sein. Mit jedem Streik ist mehr Unmut von Lesern zu registrieren. Die Solidarität mit den streikenden Mitarbeitern nimmt weiter ab, das zeigen vor allem die Floskeln in Facebook. Doch warum diese Menschen streiken, was für existentielle Ängste dahinter stecken, das interessiert kaum einen. Denn hier geht es nicht um mehr Geld, hier geht es um die Angst, den Job zu verlieren.




Die Arbeitnehmer haben folgende Forderungen:

– Abfindungsgrundbetrag 10.000 Euro
– Abfindungsfaktor 2,0 pro Beschäftigungsjahr
– Zusatzbeiträge für Behinderte, Gleichgestellte und Kinder
– Umzugshilfe
– Transfergesellschaft
– Altersteilzeit




Insgesamt zählt der Nordbayerische Kurier 225 Mitarbeiter. Rund ein Viertel der Kollegen sollen laut BR ihren Job verlieren. Seit die Frankenpost in Hof vor einem halben Jahr 65 Prozent der Anteile aufgekauft hat, geht die pure Angst durch die Bayreuther Redaktion. Laut Informationen von Reporter24, haben sich zahlreiche Mitarbeiter bereits nach neuen Stellen umgesehen. Doch so einfach ist das nicht. Gerade Ältere und Langjährige haben Probleme, neue Stellen zu finden. (ae)

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