Eishockey DEL2: Bietigheim schießt den EHC Bayreuth in die Sommerpause

BIETIGHEIM / BAYREUTH. Eine harte und sagenhafte Eishockeysaison geht nun auch in Bayreuth zu Ende. Nach einem Kraftakt verlieren die Tigers am Freitagabend bei den Bietigheim Steelers mit 11:3 ( 5:1, 2:0, 4:2). Doch von einer Niederlage kann man kaum sprechen. Der EHC gab sich zu keiner Zeit auf.




Schon frühzeitig haben die Tigers den Aufbau der Gastgeber gestört. Doch auch in der Defensive war Bayreuth zunächst gut aufgestellt. Beide Mannschaften zeigten einen zaghaften Beginn, doch schon in der 3. Spielminute klingelte es dann im Kasten der Bayreuther. David Wrigley zog zunächst links am langen Pfosten vorbei, doch Matt McKnight hielt die Scheibe im Spiel und bediente erneut Wrigley, der die unübersichtliche Lage vor Bayreuths Schlussman Vosvrda nutzte und zum 1:0 einnetzte. Die Tigers zeigten sich unbeeindruckt. Wohlberg im Gegenzug mit einer guten Chance, scheitert an Sinisa Martinovic. Nach einem dicken Patzer im Bayreuther Spielaufbau, kam Marcus Sommerfeld zwei Minuten später gefährlich nah vor das Tor der Tigers, wurde aber von Sebastian Mayer am Torschuss gehindert. Im Gegenzug scheiterte Kasten am bärenstarken Goalie der Gastgeber.




Videobeweis eingefordert

Schockmoment dann in der 5. Spielminute. Ein Treffer von Justin Kelly wurde zunächst nicht gegeben, Schiedsrichter Robert Paule entschied auf hohen Stock. Die Steelers wollten sich damit nicht abfertigen lassen, reklamierten und forderten den Videobeweis ein. Und tatsächlich entschied das Schiedsrichtergespann nach eingehender Prüfung auf ein reguläres Tor. Der zunächst angezeigte hohe Stock, soll laut Robert Paule auf Hüfthöhe gewesen sein. Die Tigers damit schon nach knapp fünf Minuten mit zwei Toren im Rückstand. Doch die Tigers zeigten weiterhin ihre Zähne. Die KGB-Reihe mit guten Chancen, scheiterte immer wieder am Torhüter der Steelers. Auf der Gegenseite traf Marcus Sommerfeld das Außennetz.




In der 8. Minute erneuter Fehler im Aufbau des EHC. Justin Kelly nutzte diese Chance, stand alleine vor Vosvrda und bekam durch Matt McKnight die Scheibe zugespielt. Kelly traf mit seinem zweiten Tor zum dritten Treffer. Doch Bayreuth zeigte sich weiterhin unbeeindruckt und erzielte im direkten Gegenzug, als der Stadionsprecher noch die Torschützen benannte, den Anschlusstreffer zum 1:3 durch Michal Bartosch.

Ein Powerplay der Tigers verlief ohne großen Chancen, die Gastgeber konnten sich immer wieder gut befreien. Dennoch zeigte Bayreuth den Zug nach vorne, versuchte Bietigheim immer wieder unter Druck zu setzen. In der 15. Minute dann ein tolles Kombinationsspiel der Steelers. Kelly und Auger bedienen ihren Kapitän Adam Borzecki und dieser schiebt den Puck zum 4:1 über die Linie. Als dann auch noch Robin Just in der 19. Minute zum 5:1 traf, reichte es Tomas Vosvrda. Er versuchte seinen Schläger zu zertrümmern und ging vom Eis direkt in die Kabine. Die Erinnerungen an das 9:0 wurden wach.




Hoher Kampfgeist trotz riesigem Rückstand

Im Mitteldrittel kam dann die Chance für Johannes Wiedemann. Er durfte sich als nächster im Tor der Bayreuther beweisen. Doch schon nach fünf Minuten musste auch er hinter sich greifen, als David Wrigley zum 6:1 einnetzte. Die rund 200 mitgereisten Fans aus Bayreuth, feierten ihre Mannschaft dennoch, als würden die selbst mit fünf Toren Vorsprung führen. Sicherlich ein Dank und Lohn für die hervorragende Saison der Tigers. Beflügelt von den Gesängen, zeigten sich die Gäste wieder etwas befreiter und setzten die Steelers immer wieder gefährlich unter Druck. Im Konterspiel kamen auch zahlreiche Chancen zu Stande. Der EHC ergab sich zu keiner Zeit seinem Schicksal. Auch das 7:1 in der 38. Spielminute durch Marcel Rodmann brachte weder die Fans, noch die Spieler der Tigers zur Resignation.




In der Drittelpause feierte der schwarz-gelbe Fanblock bereits eine Abschiedsparty für die Sommerpause. Sicherlich kein Galgenhumor, sondern hoher Respekt und Zufriedenheit für die ganze Saison. Und die Tigers erzielten sogar nach zwei Minuten Spielzeit im Schlussdrittel den Anschlusstreffer zum 7:2. David Wohlberg verwandelte auf Zuspiel von Marsall und V. Busch.

In der Folge kassierte der EHC noch zwei weitere Treffer von Matt McKnight (47.) und Dominic Auger (50.), bevor Jozef Potac in der 52. Minute mit dem letzten Saisontor zum 9:3 traf. Mit einem Doppelschlag in nur 13 Sekunden erhöhten Robin Just (57.) und Max Lukes (58.) zum 11:3 Endstand.




Der EHC Bayreuth verkaufte sich wie die ganze Saison über sehr professionell, legte Kampfgeist an den Tag und überzeugte Gegner, Fans und Offizielle. Ein Wintermärchen geht zu Ende und schon jetzt steigt die Vorfreude auf die neue Eishockeysaison in der DEL2.

SR: Paule, Borger, Eberl. Strafminuten: Bietigheim 6, Bayreuth 12, Zuschauer: 2.675.

 

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