Warten auf den Abschleppdienst: Aktuell bis zu fünf Stunden Wartezeit wegen versülzter Diesel

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SERVICE AUTO. Bei rund 20 Grad Minus im Freien zu arbeiten ist eine Zumutung. Auch für unsere Autos. Die eisigen Temperaturen sorgen derzeit für versülzte Dieselfahrzeuge und lange Wartezeiten bei den Abschleppdiensten.




Bei strengem Frost bilden sich im Dieseltreibstoff Paraffinkristalle, welche den Kraftstofffilter verstopfen können. Man spricht dann vom versülzten Diesel. Im Winter schreibt der Gesetzgeber daher vor, dass der Kraftstoff bis Minus 20 Grad frostsicher sein muss. Oftmals erreicht man diese Werte jedoch nicht. Ölkonzerne mischen das Krafstoffgebinde oftmals zu einem Wert zwischen 18 und 19 Grad.

Wenn dann noch alte Reste im Tank sind, die ohnehin schon nur bis -16 Grad schützen, ist die Panne perfekt und es kommen Abschleppwagenfahrer wie Benjamin Schmurlack aus Lauf auf den Plan. „Um Diesel frostsicher zu machen, werden ihm am besten Additive beigemischt, die ihn flüssig halten“, rät der Fachmann. Diese gibt es auch an der Tankstelle zu Kaufen.




Aktuell (07.01.2016 / 18.30Uhr) liegen die Wartezeiten bei ADAC, AVD und Co bei vier bis fünf Stunden. Immer mehr Dieselfahrzeuge versülzen, die Temperaturen liegen zum Teil bei -23 Grad bis -25 Grad. Pannenhelfer können bei einem versulzten Motor vor Ort nichts tun. Der Wagen muss dann sprichwörtlich aufgetaut werden und dafür in eine geeignete Garage oder Werkstatt geschleppt werden.




Selbsthilfe

Viel tun kann auch der Autofahrer nicht. Manche Ölkonzerne bieten Premiumdiesel an, mit einer Frostsicherheit bis zu -24 Grad. Der bestens geeignete Polardiesel schützt bis -40 Grad, ist an deutschen Tankstellen aber nicht zu bekommen. Manchmal hilft es, den Kraftstoff vorzuheizen, zum Beispiel in einer warmen Garage oder durch eine Standheizung. Benzin sollte man nicht zu mischen, obwohl dieses als frostsicher gilt. Doch die modernen hochgezündeten Triebwerke in den Autos, sind darauf nicht mehr ausgelegt. Hier kommt es schnell zum Totalstillstand.




Mit im Baumarkt oder an der Tankstelle kaufbaren Additiven, kann man seinen Diesel im Vorfeld auch selbst frostsicher machen. Doch Vorsicht: Die Vermischung mit dem Diesel klappt nur bei Temperaturen oberhalb der magischen 20 Grad Minus. Deshalb rechtzeitig oder wenigstens in einer warmen Garage mischen. (mr)

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