Nach Brand in Flüchtlingsunterkunft: Gaffer haben Feuerwehr behindert und landen im Knast

BAUTZEN. Nach dem schweren Brand in einer geplanten Flüchtlingsunterkunft im Bautzener „Husarenhof“, hat das Amtsgericht Bautzen nun zwei Männer ins Gefängnis gechickt. Ein weiterer wird derzeit per Haftbefehl gesucht. Sie sollen unter anderem Platzverweise ignoriert haben und dann auch noch gegen Polizei und Feuerwehr handgreiflich geworden sein.




Die beiden 21 Jahre alte Männer wollten offenbar die Löscharbeiten an der Flüchtlingsunterkunft verhindern. Weil die vorbestraften Täter auch noch weitere Delikte begangen haben, summierte es sich nun zu einer Haftstrafe ohne Bewährung. Die Angeklagten hätten sich quer durch das Strafgesetzbuch gearbeitet und zeigten keine glaubwürdige Reue, hieß es am Montag in dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft.

über WhatsApp verabredet

Wie der MDR berichtet, wurden beide Täter zu Freiheitsstrafen von zwei Jahren und sechs Monaten sowie drei Jahren ohne Bewährung verurteilt. Die beiden Männer aus Bautzen und Umgebung erzählten vor Gericht, dass sie über WhatsApp von dem Brand im Husarenhof erfuhren. Umgehend hätten sie sich dann auf den Weg dort hin gemacht. Doch die beiden 21-Jährigen kamen nicht zum Helfen. Sie wollten die Löscharbeiten behindern.




Retter musssten kämpfen statt Löschen

„Einer ist einer Polizistin von hinten auf den Rücken gesprungen. Den habe ich ihr vom Kreuz genommen“, sagte ein Feuerwehrmann aus. Immer wieder mussten die Retter Gaffer wegschicken oder sich gar gegen Prügel wehren. Dabei waren die Schaulustigen nicht nur behindernd, sie brachten sich und die Rettungskräfte auch noch direkt in Gefahr.

Denn die Einsatzkräfte mussten brennende Ziegel vom Dach des Gebäudes herunterstoßen. Die beiden Angeklagten hatten sich offenbar so massiv gewehrt, dass sie mit Handschellen am Boden fixiert werden mussten. Ein dritter Angeklagter erschien nicht zur Verhandlung. Er wurde vom Jugendrichter Manfred Weisel zur Fahndung ausgechrieben.




Brandbeschleuniger gefunden

Unterdessen gehen die Ermittlungen zur Brandursache und den Tätern weiter. Die Polizei geht aktuell von einer schweren vorsätzlichen Brandstiftung aus, weil ein spezieller Spürhund in dem Gebäude offenbar Brandbeschleuniger fand. Zwei Tatverdächtige mussten zwischenzeitlich wieder auf freien Fuß gesetzt werden. Bei Wohnungsdurchsuchungen konnten keine Beweise sichergestellt werden.

Eine spezielle Ermittlungsgruppe, welche für Straftaten mit extremistischem Hintergründen zuständig ist, sowie die Dresdner Generalstaatsanwaltschaft haben die Ermittlungen übernommen.

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