Kripo stoppt illegalen Rezepthandel: Schhmerzpflaster für Drogensucht

Symbolbild: Reporter24

LANDKREIS WUNDSIEDEL. Einen regen Handel mit illegal erworbenen Rezepten für Schmerzmittel und Fentanylpflaster betrieb eine 44-jährige Hausfrau aus dem Landkreis Wunsiedel. Die Kriminalpolizei Hof schob der Sache nun einen Riegel vor.




Wie sich bei den Ermittlungen des Fachkommissariats herausstellte hatte sich die 44-Jährige bei mehreren Arztpraxen im Landkreis Rezepte gegen ihre Rückenschmerzen ausstellen lassen. Die Rezepte hatte sie jedoch nicht zum Eigenbedarf in einer Apotheke eingelöst, sondern an Unberechtigte gegen Bargeld weiterverkauft.

Bei einer Wohnungsdurchsuchung am Mittwoch vergangener Woche fanden die Kriminalbeamten Restbestände der Tabletten und der Fentanylpflaster sowie einige nicht eingelöste Rezepte. Die geständige Hausfrau wird sich nun wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittel- und Arzneimittelgesetz verantworten müssen.



Ein Pflaster bringt den Tod

fentaWährend es natürlich auch zahlreiche andere todbringende Drogen gibt, wie beispielsweise Alkohol, Nikotin, Haschisch oder Tabletten, spricht die Polizei bei 26 Fällen in Nürnberg von eher harten Toxikationen. Beispielsweise wird hier das gängige Heroin gespritzt, aber auch eine relativ neue Variante erobert den Drogenmarkt.

Immer mehr Konsumenten greifen auf Schmerzpflaster zurück. Besonders Fentanylpflaster werden oftmals in der Alten – und Krankenpflege ausgegeben. Dealer kaufen diese dünnen Plättchen auf dem Schwarzmarkt. Von Spürhunden sind sie im Regelfall nicht aufzufinden. Der Abhängige muss dann 100 Euro auf den Tisch legen, für ein Pflaster mit 100 Milligramm Fentanyl. Doch geklebt werden diese natürlich nicht. Der Konsument kocht das Pflaster auf und spritzt sich den gewonnen Wirkstoff in die Vene.




Besonders gefährlich: Niemand weiß, wieviel er sich tatsächlich spritzt, denn durch das Auskochen wird unterschiedlich viel Wirkstoff freigesetzt. Die Wirkung entfaltet sich auch mal früher und mal später. Oftmals verspüren die Süchtigen dann keinen Effekt, spritzen erneut nach und erleiden dann den Herzkreislauftod.